Steueraffäre um FC Bayern-Präsident
Hoeneß schweigt

Der Bayern-Präsident will sich in Sachen Steuerhinterziehung nicht äußern. Auch die Staatsanwaltschaft schweigt. Und so wird vor allem über die Höhe des Betrags spekuliert – und fast alle Fragen bleiben offen.
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MünchenJetzt will er schweigen, obwohl es viel zu sagen gäbe: „Sie können sich vorstellen, dass mir vieles auf der Zunge liegt, aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen, sagte Uli Hoeneß der „Süddeutschen Zeitung“. Und so bleiben fast alle Fragen um die Steuerhinterziehung und die Selbstanzeige des FC Bayern Präsidenten erst mal offen.

Klar ist in Sachen Hoeneß bisher nur eins: Der FC Bayern-Präsident hat sich im Januar selbst angezeigt – wegen eines Kontos in der Schweiz. Doch das war es dann auch schon mit den Klarheiten: Offen ist noch, ob die Selbstanzeige ausreicht – die Staatsanwaltschaft prüft die Vollständigkeit der Selbstanzeige. Auch um welchen Betrag es sich nun handelt und woher die Gelder kommen, ist ungeklärt. Und dann sind da auch noch prominente Namen im Spiel.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass das Geld aus Einnahmen aus Börsenspekulationen komme. Dafür soll Hoeneß ein Darlehen von bis zu 15 Millionen Euro von Robert Louis-Dreyfus, dem Ex-Chef von Adidas, erhalten haben. Die Einnahmen aus diesen Spekulationen sollen Hoeneß demnach versteuert und das Geld in der Schweiz auf ein Konto gelegt haben. Doch die dann anfallende Kapitalertragssteuer blieb der den deutschen Finanzämtern schuldig.

Die „SZ“ berichtet, es handle sich wohl um ein Vermögen von 18 bis 20 Millionen Euro, ausgehend von den drei Millionen Euro, die Hoeneß für die Steuerhinterziehung nachgezahlt habensoll. Doch es wird noch über ganz andere Zocker-Beträge spekuliert: Die Münchner Abendzeitung hatte von „mehrere Hundert Millionen Euro“ berichtet und schon zu Beginn des Jahres 2013 schriebt der „Focus“ über einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe.

Hoeneß jedenfalls macht dicht und lässt mitteilen: „Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen.“ Er wies zudem darauf hin, dass er vorerst nichts zum schwebenden Verfahren sagen könne. „Ich werde einige Wochen ins Land ziehen lassen, ehe ich mich äußere.“ Auch die Staatsanwaltschaft gibt keine weiteren Details bekannt. Und so bleibt die Frage offen, welchen Betrag Hoeneß auf seinem Schweizer Konto geparkt hat.

Mit Material von dpa

Kommentare zu " Steueraffäre um FC Bayern-Präsident: Hoeneß schweigt"

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  • Generell gilt

    Personen, die besonders engagiert als "Moralappostel & Gutmenschen" auftreten resp. den Anderen mit hochgehobenen Finger erzählen, wie man sich zu verhalten hat...

    ...Tja, vor diesen "Pseudogutmenschen" ist zu warnen!


    Wer behauptet heutzutage mit "normaler Arbeit" sich Wohlstand aufzubauen, lügt!

    Uns Bürgern wird ein Bild von Werten verkauft, dass so nicht mehr existiert!


    Wann wachen wir deutsche Bürger endlich auf?

  • Er hat sich doch selbst angezeigt das er Steuern hinterzogen hat. Was soll den da noch für eine Unschuldsvermutung greifen.

  • Hoeneß schweigt nicht. Er will die Medien verklagen.

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