Steueraffäre um Hoeneß
„Mir liegt viel auf der Zunge“

Die Steuer-Affäre des Bayern-Präsidenten sorgt fünf Monate vor der bayerischen Landtags- und der Bundestagswahl auch für politischen Zündstoff. Hoeneß selbst schließt unterdessen einen Rücktritt vorerst aus.
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München/BerlinDie Steueraffäre von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird nach Ansicht von SPD und Grünen zum Debakel für die schwarz-gelben Regierungen im Bund und in Bayern. Die Oppositionsparteien sehen sich bestätigt, das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz im Bundesrat zu Recht verhindert zu haben. „Es zeigt sich, worum es CDU/CSU beim Steuerabkommen mit der Schweiz ging, nämlich Steuerbetrüger sozusagen zu schützen“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Sonntag im ZDF. Der Grünen-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, sprach von einem „Geldwaschabkommen“.

Nach der Selbstanzeige beim Finanzamt geht es für Hoeneß nicht nur um Geld und Straffreiheit, sondern auch um sein Ansehen, das nach den Enthüllungen des Wochenendes mehr als angekratzt ist. Das öffentliche Bild des streitbaren Vordenkers und populären Klartextredners mit hohen Wertvorstellungen über den Fußball hinaus muss womöglich ganz neu gezeichnet werden.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte laut „Rheinische Post“ bei einer Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf, es sei erstaunlich, dass Hoeneß in Erwartung des Abkommens darauf gehofft habe, in der Anonymität zu bleiben. „Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern kriminell. Für Hoeneß darf es keinen Promi-Bonus geben – aber auch keinen Promi-Malus und keine Vorverurteilung.“

Personelle Konsequenzen beim Rekordmeister schloss Hoeneß für sich vorerst aus. „An einen Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender bei Bayern München denke ich nicht“, sagte er der „Sport Bild Plus“ (Sonntag). Da der Chef des Gremiums der Aktiengesellschaft stets auch Präsident des eingetragenen Vereins ist, gilt diese Aussage für beide Ämter. Hoeneß kündigte zudem seinen Besuch des Halbfinal-Hinspiels in der Champions League am Dienstag in der heimischen Allianz Arena an. „Gegen Barcelona bin ich auch wieder im Stadion“, sagte er. Beim 6:1-Sieg im Bundesligaspiel am Samstag bei Hannover 96 saß der Präsident nicht auf der Tribüne.

Hoeneß will sich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Steuercausa äußern. „Ich darf im Moment nichts sagen, denn ich befinde mich in einem schwebenden Verfahren“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie können sich vorstellen, dass mir vieles auf der Zunge liegt, aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen.“

Hoeneß hatte seine Selbstanzeige zu seinem Schweizer Konto nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ mit dem Scheitern des Steuerabkommens begründet. Zunächst habe er die Angelegenheit über das Abkommen regeln wollen, das „dann bekanntlich Mitte Dezember 2012 nicht zustande gekommen“ sei, sagte der Fußball-Manager laut „Focus“.

Kommentare zu " Steueraffäre um Hoeneß: „Mir liegt viel auf der Zunge“"

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  • Ja . Hast meine Beiträge NICHT GELESEN !!! der WIRD BENUTZT und NIEMAND WIRD SAGEN , WARUM IN MEDIEN KAMM , GEGEN GESETZ !!! Hat er EINGEWILLIGT , FÜR DAS GROSSE SPIEL ??? DANN hat er VERSPRECHEN BEKOMMEN und DIENT , FÜR DEUTSCHLAND , MIT ZIEL . VERGIESS den KAMPF UM WÄHLER , das Spiel IST GRÖSSER .


    HP HAT GELÖSCHT , weil WAHR , KONNTE NICHT ZENSIEREN !!! ZENSIEREN WÄR LÜGEN GEWESEN .

    Frank Frädrich

  • DREI BETRÄGE GELÖSCHT = 30 € !!!
    NICHT VERGESSEN . NUR WENN ZU SEHEN IST : " ZENSIERT " IST KOSTENLOS .

    Frank Frädrich

  • Alles schön und gut Torheg, da Sie einen wichtigen Punkt anholen, nämlich den der Steuerverschwendung und den der zu hohen Besteuerung.

    Nur.... jemand, der Steuern hinterzieht, dem steht es doch nicht zu Gesichte sich als Moralapostel der Nation zu outen, wie der Herr Merkelfan das getan hat.

    Entschuldigung, aber dadurch hat er sich bei mir jegliche Sympathie verspielt, weil diese Scheinheiligkeit schlecht zu ertragen ist.

    Das zeigt noch deutlicher, wofür die CSU/CDU wirklich steht.

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