Steuereinnahmen
Gute Konjunktur füllt die Kassen des Fiskus

Die gute Konjunktur hat dem Fiskus auch im November üppige Steuereinnahmen beschert. Vor allem eine Einnahmequelle sprudelte kräftig.

HB BERLIN. Im November lag das Aufkommen von Bund und Ländern 8,1 Prozent über dem Vorjahr, teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag mit. Dank der Arbeitsmarkterholung stiegen die Lohnsteuererträge um 5,2 Prozent. Auch die wichtigste Einnahmequelle Umsatzsteuer sprudelte im Vorfeld der Steuererhöhung im Januar kräftig.

Die Daten waren vor allem wegen der Umsatzsteuer von Experten mit Spannung erwartet worden. Sie erhoffen sich Hinweise auf die Stärke des Vorzieheffektes der Steuererhöhung von 16 Prozent auf 19 Prozent. Die Einnahmen lagen um 6,5 Prozent über dem Vorjahr. „Das ist phänomenal gut“, sagte Philipp Nimmermann von der BHF-Bank. Das Ministerium schrieb in seinem Monatsbericht, der Zuwachs sei „außerordentlich spürbar“. Wegen der Steuererhöhung dürften vor allem Käufe von teuren Konsumgütern wie Autos auf dieses Jahr vorgezogen worden sein.

Die Steuereinnahmen signalisierten, dass der konjunkturelle Aufwärtstrend weiter gehe, schrieben die Beamten. Die zunehmende Beschäftigung stimuliere den privaten Konsum, der bisher die Achillesferse des Wirtschaftsaufschwungs ist. 2006 wird das Bruttoinlandsprodukt um etwa 2,5 Prozent wachsen und damit so stark wie zuletzt im Boomjahr 2000 mit 3,2 Prozent. Im November war die Arbeitslosenzahl überraschend unter vier Millionen gesunken. Dazu hatte aber auch das milde Wetter beigetragen.

Hauptnutznießer der boomenden Wirtschaft ist der Bund. Seine Steuereinnahmen stiegen um 9,8 Prozent und lagen damit in den ersten elf Monaten des Jahres 8,3 Prozent höher. Den Ländern überwiesen die Bürger 8,4 Prozent mehr als im November 2005. Von Januar bis November summierte sich das Plus damit auf 8,5 Prozent. Gemeindesteuern sind in der Rechnung nicht enthalten.

Unterstützt wurde die gute Entwicklung von einer Reihe von Sondereffekten, schrieb das Ministerium. So sei das Kindergeld um drei Prozent zurückgegangen. Auch die Zulage für die Riester-Rente sei geringer ausgefallen. Starke Zuwächse gab es bei der Kapitalertragsteuer auf Dividenden, deren Aufkommen sich vervierfachte. Dahinter stehen die starke Finanzmarktentwicklung in diesem Jahr und ein Sondereffekt in einem Bundesland.

Für den wichtigen Steuermonat Dezember erwarten Experten ebenfalls einen deutlichen Anstieg. Zum Jahresende werden bei der Lohnsteuer die 13. Monatsgehälter, Boni oder Weihnachtsgeld fällig. Der Arbeitskreis Steuerschätzung hat für 2006 ein Steuerplus von Bund und Ländern von 6,6 Prozent vorhergesagt. Diese Prognose gilt unter Experten als eher zurückhaltend.

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