Ausgangspunkt des Steuerchecks ist eine typische mittelgroße Kapitalgesellschaft im verarbeitenden Gewerbe, die die ZEW-Experten aus der Bilanzstatistik der Bundesbank konstruiert haben (siehe. „So rechnen die Experten“). Für dieses Unternehmen wird die Steuerlast unter Berücksichtung aller Gesetze innerhalb eines Zehn-Jahreszeitraums in zwölf EU-Staaten simuliert.
Heute sind Irland, Polen und die Slowakei die drei Top-Steuerstandorte für multinationale Investoren; auf den letzten drei Plätzen rangieren Frankreich, Deutschland und Österreich. In Frankreich ist die Steuerlast heute viermal so groß, wie in Irland. In Deutschland muss das Unternehmen derzeit rund dreimal so viel an den Fiskus überweisen, wie in Irland – nach dem In-Kraft-Treten der Unternehmensteuerreform wird die Last immerhin noch gut doppelt so hoch sein.
In etwas besserem Licht steht der Standort Deutschland, wenn man nicht nur die Steuerbelastung auf Unternehmensebene, sondern die Gesamtbelastung für die Eigentümer kalkuliert. Dies ist insbesondere für mittelständisch strukturierte Kapitalgesellschaften die entscheidende Größe. Deutschland rangiert hier derzeit auf Rang zehn der Europa-Rangliste. Mit der Steuerreform wird Deutschland ins Mittelfeld aufrücken und auf Rang sechs landen.
Trotz dieses Satzes in der Tabelle sehen die Steuerexperten die Entwicklung kritisch. „In unseren Modellunternehmen führt die Reform dazu, dass die Belastung auf der Ebene des Anteilseigners steigt. Damit wird ein Teil der Entlastung auf Unternehmensebene kompensiert“, sagt PwC-Berater Endres.
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