Deutschland

_

Steuerentlastungen: „Die meisten Menschen sind bereit, Zumutungen zu ertragen“

Schnelle Steuersenkung? „Ohne mich“, betont der Finanzminister. Peer Steinbrück will Entlastungen noch vor dem für 2011 angepeilten Ausgleich des Bundeshaushalts nicht mittragen. Auch eine kurzfristige Wiedereinführung der Pendlerpauschale lehnt Steinbrück weiter vehement ab. Und von seinen Ressortkollegen zeigt er sich zunehmend genervt.

Genervt von seinen Ministerkollegen: Bundesfinanzminister Peer Streinbrück. Foto: dpa Quelle: ap
Genervt von seinen Ministerkollegen: Bundesfinanzminister Peer Streinbrück. Foto: dpa Quelle: ap

HB BERLIN. Im Streit über Steuersenkungen und milliardenschwere Zusatzeinnahmen im Bundeshaushalt hat Finanzminister Peer Steinbrück seine Ressortkollegen in die Schranken gewiesen. Wenn einige Minister nun anfingen, eigene Steuerschätzungen zu machen, müsse man schon eine Portion Humor mitbringen, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin, und reagierte damit auf die jüngsten Äußerungen von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). „So geht das nicht“, befand Steinbrück.

Anzeige

Gültig sei die zu Monatsanfang veröffentlichte offizielle Steuerschätzung. Der SPD-Minister erinnerte daran, dass die Haushaltskonsolidierung und ein ausgeglichener Bundesetat bis 2011 laut dem Koalitionsvertrag Priorität haben.

Steinbrück reagierte damit auf ein Wochenende bekannt gewordenes Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Demnach wird dort für dieses Jahr mit Steuermehreinnahmen von 20 Milliarden Euro gerechnet. Der SPD-Finanzexperte Joachim Poß hatte Minister Glos daraufhin Amtsmissbrauch vorgeworfen. Auch Steinbrück sagte, ständige Forderungen nach neuen Entlastungen für die Steuerzahler seien Propaganda und dem Wahlkampf geschuldet. „Ich verspreche nichts - und deswegen bin ich glaubwürdig.“

„Nettoverschuldung auf Null“

Vor den Delegierten des Steuerberaterkongresses zeigte er sich zornig über die ständig neu aufkeimenden Debatten. „Im Moment wird jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben.“ Politik verliere so an Glaubwürdigkeit. Die meisten Forderungen nach Entlastung seien außerdem unseriös, da sie keine Vorschläge zur Gegenfinanzierung beinhalteten. Seine Forderung: „Erst muss die Nettoverschuldung auf Null.“

  • Die aktuellen Top-Themen
US-Behörden: Spionageprogramme sollen 50 Anschläge vereitelt haben

Spionageprogramme sollen 50 Anschläge vereitelt haben

Der US-Geheimdienst startet Gegenoffensive: Dank der Datenspionage hätten sie Dutzende mögliche Terror-Anschläge verhindern können. Auch Präsident Obama steht trotz aller Kritik demonstrativ hinter seinen Spionen.

Kleinparteien: „Vernunft“ trifft auf AfD

„Vernunft“ trifft auf AfD

58 kleine Parteien und Vereinigungen wollen bei der Bundestagswahl antreten. Neben den Euro-Kritikern von der AfD, auch die Partei der Vernunft und die Partei der Nichtwähler. Eine Hürde müssen die Bewerber noch nehmen.

SPD-Linke kritisiert Kahlschlag: „Commerzbank-Jobabbau ganz im Sinne von Merkel“

„Commerzbank-Jobabbau ganz im Sinne von Merkel“

Der geplante Kahlschlag bei Deutschlands zweitgrößter Bank stößt in der Politik teilweise auf scharfe Kritik. Die Grünen halten den massiven Job-Abbau für unvermeidlich. Die SPD-Linke gibt der Kanzlerin dafür die Schuld.

Spezialblog Warum Brüderle das Denken sein lassen sollte

Es gibt ein Forum, das nennt sich Trainertalk. Dort können sich verzweifelte Übungsleiter mit Fragen wie "Was mache ich, wenn mein Stürmer nicht mehr trifft?" an die Kollegen wenden. Auch die FDP hat eine Sturmspitze, die in den Strafräumen... Von Stefan Kaufmann. Mehr…