16 Bewertungen ***
30.06.2008 
Kanzlerin Merkel stimmt zu

Steuerentlastungen sollen früher kommen

von Sven Afhüppe

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat offenbar den Widerstand gegen vorzeitige Entlastungen der Bürger aufgegeben. Nach Informationen des Handelsblatts aus dem Kanzleramt unterstützt Merkel mittlerweile die Forderungen einiger Unions-Politiker, bereits Anfang 2009 für eine zusätzliche Steuerentlastung zu sorgen.

Bundeskanzlerin Angela Markel unterstützt nun Forderungen einer früheren Steuerentlastung. Foto: dpaLupe

Bundeskanzlerin Angela Markel unterstützt nun Forderungen einer früheren Steuerentlastung. Foto: dpa

BERLIN. Im Gespräch ist demnach vor allem die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags, hieß es im Kanzleramt weiter. Eine Entscheidung soll allerdings erst im Rahmen der parlamentarischen Beratungen zum Bundeshaushalt 2009 im Herbst fallen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte am Abend, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Nachdem die CSU-Spitze Anfang Mai ein Steuerkonzept mit einem Entlastungsvolumen von 28 Mrd. Euro vorgelegt hatte, mehrten sich auch innerhalb der CDU die Forderungen nach weiteren Steuerentlastungen der Bürger. Bundeskanzlerin Merkel hatte die Wünsche aus den eigenen Reihen jedoch damit abgelehnt, dass zunächst die Haushaltskonsolidierung abgeschlossen werden müsse, erst danach seien Steuersenkungen möglich. An diese strikte Reihenfolge will sich Merkel nun offenbar nicht mehr halten. Sollte der Bundeshaushalt 2009 finanzielle Spielräume für weitere Entlastungsschritte enthalten, sollten diese auch genutzt werden, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Kanzlerin.

Im Kanzleramt hält man die Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags für Erwachsene und Kinder auf jeweils 8 000 Euro für eine mögliche Variante. Die Ausfälle von rund 2,3 Mrd. Euro müssten allerdings vollständig gegenfinanziert werden, hieß es im Kanzleramt. Finanzexperten der Union suchen derzeit nach Lösungen. Eine Rückkehr zur alten Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer lehnt Merkel dagegen weiter ab.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Alles läuft auf ihn zu: Frank-Walter Steinmeier könnte die SPD bei der Wahl 2009 anführen. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick. Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Mac bleibt Mac - aber reicht das?  Artikel in Merkliste

05.09.2008, 09:13 Uhr von Georg Watzlawek

John McCain ist sich bei seiner Abschlussrede auf dem Parteitag der Republikaner treu geblieben. Auf direkte Angriffe auf seinen Konkurrenten Barack Obama verzichtet er. Allerdings auch auf jeden konkreten Verweis, wie er seine Lebenserfahrung zum Wohle der Amerikaner im Inneren einsetzen will. Kommentar