Steuerfinanzierter Sender
CDU-Politiker fordert mehr Geld für die Deutsche Welle

Die Deutsche Welle steht vor einem Finanzierungsproblem. Für die geplante Neuausrichtung fehlen Mittel. Intendant Limbourg droht mit Kürzungen – auch beim deutschen Programm. Die Politik will das verhindern.
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BerlinDer kultur- und medienpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz (CDU), hat sich für eine bessere Finanzausstattung für die Deutsche Welle (DW) ausgesprochen. „Es bedarf eines strukturellen Aufwuchses, um insbesondere die Tarifsteigerungen auszugleichen“, sagte Wanderwitz, der auch dem Rundfunkrat des steuerfinanzierten Senders angehört, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Da das Jahr 2016 bereits im kommenden Jahr „planungswirksam“ werde, „sollte bereits der Regierungsentwurf im zeitigen Frühjahr das abbilden“.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter zeigte sich offen für eine Etat-Aufstockung. „Gerade gegen Russlands Medien brauchen wir eine glaubwürdige, auch in deutscher Sprache sendende Deutsche Welle“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Zugleich müsse die Welle in Weltsprachen senden, dazu gehöre englisch, französisch, spanisch und auch han-chinesisch. „Deshalb kommen wir um eine politische Entscheidung für mehr Geld nicht herum“, fügte Kiesewetter hinzu. „Ansonsten wird die Deutsche Welle zu einem Rumpfsender ohne große Zukunft.“

Hintergrund ist die von DW-Intendant Peter Limbourg begonnene Neuausrichtung des Senders. Danach soll Ende April 2015 „DW News“ starten, ein englischsprachiger TV-Infokanal, damit die Welle in Konkurrenz zu den „Global Players“ wie BBC, CNN International oder Russia Today treten kann. Der Bundestag hatte dafür zusätzliche 10,5 Millionen Euro genehmigt – aber nur für 2015.

Längerfristig wäre der Sender mit heute 280 Millionen Euro unterfinanziert. Sollten weitere Mittel nicht dauerhaft sicher sein, wären Einschnitte in Programmleistungen unvermeidlich. Am Standort Berlin hieße das: Ende der deutschen, spanischen, arabischen TV-Programme, in Bonn Einschränkung der Sprachenvielfalt um bis zu zehn Angebote.

Scharfe Kritik an den Drohungen Limbourgs äußerte einer seiner Vorgänger. „Erpressungsversuche gegenüber dem Haushaltsausschuss, politisch naiver geht‘s nicht“, schrieb der frühere DW-Intendant Dieter Weirich auf der Facebook-Seite von Alexander Kudascheff, dem Chefredakteur des Senders. Weirich war von 1989 bis 2001 Intendant der Deutschen Welle.

Kommentare zu " Steuerfinanzierter Sender: CDU-Politiker fordert mehr Geld für die Deutsche Welle"

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  • Wieso mehr Geld, wenn "Deutsch" abgeschafft wird, da man Ausländer nicht diskriminieren will?

  • Am besten, auflösen diesen Verein, der sich ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Die 5-10 Hörer in Übersee rechtfertigen keinesfalls den Aufwand. Und überflüssige Kulturverbreiter haben wir in Stadt, Land, Bund schon mehr als genug. Eine Deutsche Kultur, die es lohnt in der Welt verbreitet zu werden, haben wir sowieso nicht mehr, da Multikulti Deutsche Kultur ersetzt hat.

  • Herr Dipl. Ing., ein sehr zutreffender Vergleich.

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