Steuerkonzept SPD will Top-Verdiener stärker belasten

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Die Kernpunkte des Steuerkonzeptes im Überblick

Solidaritätszuschlag: Die SPD will den Zuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommensteuerschuld ab 2020 für untere und mittlere Einkommen abschaffen. Vom teilweisen Wegfall können laut SPD Singles profitieren, die 52.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen (Ehepaare: 104.000 Euro) zur Verfügung haben. Um das zu erreichen, werden die Freigrenzen angehoben. Heute wird der „Soli“ erst ab einer Freigrenze von 972 Euro für Ledige (Verheiratete: 1 944 Euro) erhoben. Wer also als Single mehr als 17.000 Euro (34.000) vom Einkommen zu versteuern hat, für den wird bisher der „Soli“ fällig. Entlastung: zehn Milliarden Euro.

Spitzensteuersatz: Derzeit greift für Ledige ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 54 058 Euro der landläufig Spitzensteuersatz genannte Tarif von 42 Prozent. Dieser muss nicht auf das Gesamteinkommen gezahlt werden, sondern nur auf die Einkünfte ab eben 54 058 Euro.

Nach dem SPD-Konzept soll der Satz von 42 Prozent für Ledige erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 60 000 Euro greifen. Dies entspreche einem Bruttoeinkommen von etwa 70 500 Euro für Ledige (141 000). Entlastung: rund zwei Milliarden.

Um die Entlastungen finanzieren zu können, will die SPD den Spitzensatz auf 45 Prozent anheben, der dann ab 76 200 Euro zu versteuerndem Einkommen für einen Single greift. Dies betreffe Bruttoeinkommen von etwa 87 000 für Ledige (174 000).

„Reichensteuer“: Bei Top-Verdienern ist derzeit ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 256 303 Euro an (Ledige) die „Reichensteuer“ von 45 Prozent fällig. Dieser Drei-Prozentpunkte-Zuschlag auf den Spitzensteuersatz soll künftig ab 250 000 Euro fix erhoben werden.

Mehrwertsteuer: „Besondere Privilegien für einzelne Interessengruppen“ wie der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent sollen „zurückgenommen“ werden. Als Beispiel wird die Ausnahme für Hoteliers genannt („Mövenpick-Steuer“), die die schwarz-gelbe Koalition eingeführt hatte. Auch andere Subventionen würden geprüft.

Erbschaftssteuer: „Sehr große“ Erbschaften sollen höher belastet werden, es soll weniger Ausnahmen geben.

Finanztransaktionssteuer: Die Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte soll auf europäischer Ebene angegangen werden.

Zu beachten ist:

- Als Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer dient das zu versteuernde Einkommen, das deutlich vom Jahresbruttoverdienst abweichen kann - unter anderem wegen der Freibeträge oder Werbungskosten. Die Tarifeckwerte verdoppeln sich, wenn Steuerpflichtige zusammenveranlagt werden. Steuerpflichtige sind nicht gleich Personen. Beim Splitting gelten also zwei Personen als ein Steuerpflichtiger.

- Es muss auch zwischen dem Grenzspitzensteuersatz von 42 Prozent und dem Durchschnittssteuersatz unterschieden werden. Während der Grenzsteuersatz nur die Belastung eines zusätzlich verdienten Euro ausdrückt, kann die steuerliche Gesamtlast etwa von Arbeitnehmern nur mit dem Durchschnittssatz ermittelt werden.

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45 Kommentare zu "Steuerkonzept: SPD will Top-Verdiener stärker belasten"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die eine Stimme, die die SPD am 24.09. bekommt, stammt dann mit 100-%-iger Sicherheit von Herrn Griesinger. Dann wird es so oder so nichts mit mehr im Geldbeutel. Wer den Hals nicht vollbekommt, muß halt so fühlen.

  • Die Hitze macht einem heute beim Tippen schon zu schaffen, aktuell bei mir hier 34° Grad Celsius.

  • Guthabenverzinsung, sorry.

  • Immerhin gab es in den letzten Jahrzehnten hohe Guthabenzinsung auf Sparvermögen!

  • Und wie sieht es mit der Verzinsung (Zins/Zinseszins) des Schuldgeldes aus @ Herr Merz?

  • @ H.J. Griesinger

    Unser Geldsystem ist in der Tat so konstruiert, dass eine Umverteilung stattfinden MUSS. Aber anders, als Sie denken: es ist nämlich ein Schuldgeldsystem, in dem "Geld" nur durch einen Akt der Verschuldung erst entstehen kann. Gäbe es kein Geld, gäbe es auch keien Schulden: die Netto-Position aller weltweiten Bankkonten ist null!!. Die eigentliche Umverteilung bei der Schuldgeld-Schöpfung findet dann durch den CANTILLON-EFFEKT statt:
    "Der Cantillon-Effekt bezeichnet in der Ökonomie den Effekt, dass sich eine Erhöhung der (Giral-)Geldmenge (Nettokreditvergabe) nicht automatisch gleichmäßig auf alle Bereiche einer Volkswirtschaft verteilt, sondern in Stufen, wobei manche Bereiche (insbesondere der Banksektor, andere staatsnahe Firmen, der Unternehmersektor und politisch begünstigte Gruppen) zuerst profitieren, während der Rest der Volkswirtschaft später folgt oder gar nicht von der Geldschöpfung profitiert."
    https://de.wikipedia.org/wiki/Cantillon-Effekt
    Auf gut Deutsch: diejenigen, die das neu geschaffene Geld als Erste erhalten, profitieren (also vor allem die SYMBIONTEN Staat und Bankensystem) - sie erhalten nämlich das neue Geld mit noch unverwässerter Kaufkraft - während insbesondere die gemeinen Bürger das Geld erst erhalten, wenn die Kaufkraft bereits verwässert ist!!

  • Einig sind wir uns aber darin, dass die Steuer- und Abgabenlast gerade bei den mittleren und unteren Einkommensbeziehern zu hoch sind.
    Man sollte die Steuerschlupflöcher endlich schließen und eine große Steuerreform durchführen.
    Warum verweigert sich die CDU dieser dringend notwendigen Maßnahme seit Jahren?

  • Wobei „unser Wohlstand“ auch im Kontext gesehen werden muß, wenn man sich die tatsächliche Vermögensverteilung in unserem Land genau ansieht.
    Es ist wie mit dem von den Medien so gern verwendeten Begriff „Die Deutschen werden immer reicher“.
    Wer sind „DIE DEUTSCHEN“ und wieviele werden immer reicher?

  • "Umverteilung ist ein Mechanismus, mit dem man den Wohlstand der Vielen vernichtet und die Macht der Wenigen züchtet."

    Umverteilt wird in unserem Geldsystem übrigens immer von den Vielen zu den Wenigen!
    Nämlich über Dividenden, Zinsen, Zinseszinsen.
    Umverteilt wird von den Schuldnern zum Kapital, dort sammelt sich dann noch mehr Kapital an, dass wieder nur dem Zweck der Kapitalvermehrung durch Neuverschuldung der Masse dient. Egal wie groß die Krisen und wie hoch die Verschuldung von Staaten, Privaten und Unternehmen, die Kapitalgeber verdienen immer so gut wie ohne Risiko, welches man ja sozialisiert hat.
    „Goldene Zeiten“ für die Geldgeber (Investoren), Vermögenden und Reichen, während die breite Masse der Vermögenslosen immer weiter in die Überschuldung abdriftet. Unser Wohlstand in D ist auch der Verschuldung/Überschuldung des Auslandes zu verdanken. Wenn wir sparen, müssen sich zwangsläufig andere verschulden. Darüber sollten Sie mal nachdenken.

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