Deutschland

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Steueroasen: Konzerne sehen sich zu Unrecht am Steuer-Pranger

exklusiv Deutschlands große Unternehmen wehren sich gegen die Unterstellung, den Fiskus zu betrügen. Es seien ja gerade die Regierungen gewesen, die gezielt steuerliche Anreize geschaffen hatten - mit Billigung der EU.

Ein Airbus der Fluggesellschaft Aer Lingus im Anflug auf Dublin. Irland galt lange als Niedrigsteuerland, das viele Konzernzentralen anlockte. Quelle: dpa
Ein Airbus der Fluggesellschaft Aer Lingus im Anflug auf Dublin. Irland galt lange als Niedrigsteuerland, das viele Konzernzentralen anlockte. Quelle: dpa

Die Konzerne in Deutschland wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden zulasten der Gesellschaft exzessiv Steuern sparen. „Viele steuerliche Anreize sind von den beteiligten Staaten eingeführt und von der EU mit dem Ziel der Wirtschaftsförderung strukturschwacher Gebiete abgesegnet worden“, sagte Ullrich Fechner, langjähriger Steuerabteilungsleiter bei Boehringer Ingelheim. „Und jetzt werden sie als illegitime Ausnutzung von Steuerschlupflöchern bezeichnet“, sagte er dem Handelsblatt. Beim EU-Gipfel in Brüssel berieten am Mittwoch die Regierungschefs darüber, gezielt gegen die Steuergestaltung internationaler Konzerne vorzugehen.

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Der Industrieverband BDI beklagte, es sei unfair, wenn Unternehmen, die sich legal verhielten, in die Nähe von Steuerbetrügern gerückt würden. Der deutsche Fiskus sei längst nicht so wehrlos, wie Bundesfinanzminister Schäuble es gelegentlich darstelle, meint der BDI. Die Zinsschranke etwa begrenze seit dem Jahr 2008 die Gewinnverlagerung in Richtung Irland. Die Steuerausfälle durch Verlagerung einzelner Tätigkeitsfelder lasse sich der Fiskus in Form einer Steuervorauszahlung auf künftig zu erwartende Gewinne ersetzen.

Finanzoasen In welchem Land die geringsten Steuern anfallen

  • Finanzoasen: In welchem Land die geringsten Steuern anfallen
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Weltweit sei Deutschland das einzige Land mit einer so harten Regel, sagte BDI-Steuerabteilungsleiter Berthold Welling. Lizenzgebühren wiederum werden teilweise auf die Gewerbesteuer angerechnet.

Christian Kaeser, Konzernsteuerchef bei Siemens, hält einige der populärsten Vorwürfe in der Debatte für falsch. „In der vermeintlichen Steueroase Delaware zahlen Unternehmen 35 Prozent Bundessteuern. Das ist mehr als in Deutschland“, sagte er dem Handelsblatt. Der große Vorteil von Delaware als Firmensitz liege im Gesellschaftsrecht: Nirgendwo sonst in den USA ließen sich mit weniger Aufwand Firmen gründen.

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  • 24.05.2013, 14:34 UhrMazi

    Hier ein weiterer Beweis für die unehrliche Handhabung der Problematik:
    "Steueranreize sollen Portugals Wirtschaft beleben"

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/konjunkturprogramm-steueranreize-sollen-portugals-wirtschaft-beleben/8247512.html"

  • 23.05.2013, 09:53 Uhrmargrit117888

    Ich glaube, dieses Geschrei seitens der Politik hat ganz andre Gründe.
    Die merken alle, dass Deutschland in Kürze genau so kippt, wie die Länder, die wir ständig retten
    Der Politik geht also das Geld aus und sie haben Angst vorm Bürger.
    Denn sie wissen, dass der Bürger dann nicht mehr so ruhig sein wird, wenn es hier zu noch mehr finanziellen Verwerfungen für den kleinen Mann kommt.
    Also suchen sie Schuldige und da fokussieren sie sich jetzt auf die Groß-Wirtschaft
    Unsere Politikern geht der Arsch auf Grundeis, sie werden ihre Fehler nie zugeben, aber intern wissen sie, dass sie Deutschland ruiniert haben.

  • 23.05.2013, 09:49 Uhrmargrit117888

    Mazi
    volle Zustimmung

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