Steuerplus
Steuersenker erhalten kräftigen Rückwind

Die Steuereinnahmen steigen im Oktober auf rund 33,88 Mrd. Euro und fallen fast eine Milliarde Euro höher aus als im Vorjahr. Die Mehreinnahmen sind eine kräftige Argumentationshilfe für die Befürworter von Steuersenkungen. Die FDP erwartet noch in dieser Woche Ergebnisse.
  • 2

DÜSSELDORF. Die Steuereinnahmen sind im Oktober um drei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium. Ohne die separat erfassten Gemeindesteuern nahm der Fiskus 33,88 Mrd. Euro ein - fast eine Mrd. Euro mehr als vor einem Jahr.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Arbeitskreis Steuerschätzung seine Prognose kräftig erhöht. Allein im laufenden Jahr können Bund, Länder und Gemeinden demnach mit 5,6 Mrd. Euro Mehreinnahmen rechnen. "Da ist jetzt sogar noch Luft nach oben", hieß es in Schätzerkreisen. Seit April steigen die Einnahmen nun schon Monat für Monat. Lediglich im Juli hatte es einen kleinen Rücksetzer gegeben.

Angesichts der steigenden Einnahmen will die FDP noch in dieser Woche Ergebnisse bei den geplanten Steuervereinfachungen sehen. "Wir brauchen bis Dezember ein couragiertes Paket", sagte Generalsekretär Christian Lindner. Am Donnerstag tagt dazu der Koalitionsausschuss von Union und FDP. Die CSU will in wenigen Monaten ein Konzept für eine umfassende Reform vorlegen. Vorrangig sei die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, so CSU-Chef Horst Seehofer.

Vor allem die Unternehmensteuern boomen. Das Körperschaftsteueraufkommen liegt nach zehn Monaten 50,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hintergrund sind die rasant steigenden Gewinne: Die Dax-30-Konzerne werden Analysten zufolge ihre Nettogewinne dieses Jahr mehr als verdoppeln; jeder dritte verdient so viel wie nie zuvor.

Das im Oktober mit 5,6 Prozent sehr kräftige Plus bei der Umsatzsteuer weist zudem auf ein solides Einzelhandelsgeschäft und damit auf einen breiten Aufschwung hin.

Kommentare zu " Steuerplus: Steuersenker erhalten kräftigen Rückwind"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Herr Linder sollte, anstatt mal wieder laut zu schreien, erst mal seine Wahlversprechen halten. Mit dem 400-Punkte-Sparprogramm ist die FDP dann erst mal ausgelastet, da noch nicht einer dieser 400 Punkte eingelöst wurde! Soviel zum Thema Glaubwürdigkeit der FDP.
    Wenn das Vor-Der-Wahl-Programm abgearbeitet ist, kann auch Herr Linder wieder laut tröten! Vorher tut er sehr gut daran, leise zu sein.

  • Solche Jubelseiten sind schlicht irreführend. Da haben wir dieses Jahr statt der geplanten absolut aberwitzigen 80 Mrd € ein Defizit von vielleicht 60 Mrd. €. immer noch eines der höchsten Defizite der Geschichte! Wer da Möglichkeiten für Steuersenkungen sieht, sollte zum Arzt gehen. Er leided an Halluzinationen! Diese sollte eine Wirtschaftszeitung nicht noch fördern.
    im übrigen langweilt das Thema Steuersenkungen extrem!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%