Steuerreform
Schäuble plant kleine Unternehmenssteuer

Weniger Bürokratie, Besserstellung bei Verlustvortrag: Die schwarz-gelbe Koalition plant nun doch noch eine Firmensteuerreform „light“. Allerdings sind Steuerausfälle vorprogrammiert.
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BerlinUnion und FDP wollen im Herbst doch noch eine kleine Unternehmensteuerreform auf den Weg bringen. Ein Gesetzentwurf wird derzeit im Finanzministerium erarbeitet. „Im Bereich der Unternehmensteuern sehen wir weiterhin Reformbedarf“, sagte Klaus-Peter Flosbach (CDU), finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Er warnte die Wirtschaft vor hohen Erwartungen. „Gleichzeitig müssen wir uns an dem orientieren, was eine realistische Chance auf Zustimmung im Bundesrat hat“, sagte er. Die Länderkammer lehnt Änderungen ab, die das Steueraufkommen mindern.

Entlastet werden die Unternehmen deshalb vor allem von Bürokratie. Für Konzerne sollen Formfehler bei Gewinnabführungsverträgen zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften künftig keine Nachteile mehr haben. Wenn sich der Fehler erst nach Jahren bei einer Betriebsprüfung herausstellt, müssen sie heute rückwirkend die Gewinnabführung ändern.

Künftig soll dieser „Fallbeileffekt vermieden werden“, so Flosbach. Erwogen wird, dass künftig die Finanzämter den vom Wirtschaftsprüfer testierten Gewinn bei bilanzrechtlichen Zweifelsfragen akzeptieren.

Für den Mittelstand soll der Verlustrücktrag ausgeweitet werden: Wenn auf ein Jahr mit gutem Gewinn eines mit hohen Verlusten folgt, soll das Unternehmen künftig bis zu eine Million Euro Verlust vom Vorjahresgewinn abziehen können; bisher liegt diese Grenze bei 511 000 Euro. „Gerade dem Mittelstand hilft der erweiterte Verlustrücktrag sehr“, sagte Matthias Lefarth, Steuerabteilungsleiter beim Handwerksverband ZDH.

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Zahlen dämpfen die Euphorie

Kommentare zu " Steuerreform: Schäuble plant kleine Unternehmenssteuer"

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  • Flickschusterei wohin man sieht, ein Riester alleine sorgt weniger für ausreichend Schutz vor Wind, Wetter und Wohlergehen im Alter. Was heute jedem als Wohltat erscheinen mag, sollte sich einmal mehr in Kreisen von ehemaligen Versicherungsvertretern umhören. Die erzählen ihnen keine Story, aber es könnten ihnen die Träne in die Augen treiben. Und Schäble, naja, wer nicht bis Huntertausend zählen kann, wird einfach irgendwann für die Gesamtsitutation in diesem unserem Lande, gewiß auch eines Europäers Land von der ersten Stunden an, verantwortlich für den Geldfluß. Bingo, danke und tschüß.

  • eine unternehmenssteuer wirds auch nicht geben. eher einen 3%igen euro-soli. freut euch schon mal aufs jahr 2014. nachdem bilderberger-steinbrück kanzler ist.

  • Niemand hat die Absicht ...

    Herr Schäuble, Sie haben uns und die Abgeordneten des deutschen Bundesages doch schon so oft belogen. Was soll das schon wieder?

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