Steuerschätzer
Schäuble kann 2011 und 2012 mit höheren Einnahmen rechnen

Im November sind die Steuereinnahmen deutlich gestiegen. Damit kann der Bundesfinanzminister auch im Gesamtjahr einen kräftigen Zufluss verbuchen, sagen Steuerschätzer. Mit dem Geld will Schäuble Schulden abbauen.
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BerlinDer kräftige Zuwachs bei den Steuereinnahmen dauert trotz der Konjunkturabkühlung an. Bund und Länder verbuchten im November ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat von 7,6 Prozent. Wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, stiegen die Steuereinnahmen zwischen Januar und November (ohne Gemeindesteuern) um 8,5 Prozent auf 456,439 Milliarden Euro. Der Zuwachs liegt damit über dem von den Steuerschätzern für das Gesamtjahr angenommenen Plus von 7,5 Prozent.

Damit ist es wahrscheinlich, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auch insgesamt mehr Steuern einnehmen wird, als die Steuerschätzung Anfang November vorhergesagt hat: „Dieses Jahr werden die Einnahmen auf 573,5 Milliarden Euro steigen“, sagte die Steuerschätzerin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle Kristina van Deuverden dem Handelsblatt. Das wären 2,3 Milliarden Euro mehr, als geschätzt. 2012 dürften ebenfalls zwei bis drei Milliarden Euro mehr als bislang erwartet in die Staatskassen fließen.

Das Finanzministerium bekräftigte in dem am Donnerstag vorgelegten Bericht zugleich, dass der Bund in diesem Jahr weniger neue Schulden machen muss als bisher angenommen: „Es besteht die Erwartung, dass die Neuverschuldung bei rund 20 Milliarden Euro liegen wird.“

Schon Anfang Dezember wurde in der Koalition bestätigt, dass die Nettokreditaufnahme aller Voraussicht nach unter 20 Milliarden Euro liegen werde. Davor war mit 22 Milliarden Euro gerechnet worden. Ursprünglich waren sogar 48,4 Milliarden Euro veranschlagt worden.

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  • Im November wurden noch Artikel geschrieben,daß der Bund 2012 höhere Ausgaben haben wird.Beispiel dafür:Hartz4-Wohnungen und auch die Heizkosten dazu werden teurer,Rente solls mehr geben und so weiter.
    Liebes HB,wie wäre es,wenn sie diese Augenwischerei sein lassen würden und statt dessen die Angaben im Pro und Contra zitieren?
    Wir alle wissen,daß uns nächstes Jahr sicher wieder einige Überraschungen per Spontan-Gesetz präsentiert werden.
    Und,wer zurückblickt,weiß:Je mehr der Bund einnahm-er gab umso mehr aus.
    Das läßt sich alles nachlesen.

  • Versucht jemand, an den bestehenden Gesetzen etwas zu ändern, wird er gleich als Kommunist und Umverteiler verschriehen. Ich bin wahrlich kein Kommunist, aber die Verteilung der jetzigen Steuer- und Abgabenlast und der Lobbyismus ist wahrlich zum Kotzen. Gesetze können quasi gekauft werden. jeder der genug Einfluß hat, bekommt etwas ab vom Kuchen. Zahlen tun das alles Leute wie sie und ich und unsere Kinder über die jährliche Neuverschuldung. Abschließend kann ich Ihnen versichern. Würde man alles umsetzten , hätte ich eine höhere Abgabenlast zu tragen und Dt. würde jährlich Überschüsse erwirtschaften, und nicht ständig neue Schulden aufnehmen.

  • Tu ich doch gerne. Fangen wir mal mit der Beitragsbemessungsgrenze in den Sozialversicherungen an. Wen "schützt Sie wohl vor zuviel SV-Beiträgen. Erklären sie doch bitte mal einer Krankenschwester oder einer Verkäuferin, die ca. 20% Sozialabgaben hat, warum jemand mit Bruttoeinkommen von z.B. 8000 Eur einen wesentlich geringere Abgabenquote hat? Nehmen Sie sich doch einen simplen Brutto-Netto-Rechner und rechen mal ein paar Varianten durch. 1998 oder 1999 hat die damalige Bundesregierung mal eine Variante durchrechnen lassen, daß man den Beitragssatz der Krankenversicherung auf die Hälfte senken könnte, wenn man die Beitragsbessungsgrenzen abschaffen würde. Um bei der Krankenversicherung zu bleiben, machen Sie sich doch mal kundig, wie dort die Preise für Medikamente festgesetzt werden, welche Medikamente verkauft werden und die Mitwirkung der Pharmakonzerne an der Gesetztgebung. Googlen Sie doch mal den Fall Sawicki. Und nochmal die Frage. Wer wird hier wohl begünstigt und wer zahlt die Zeche?

    Wir habern in Dt. weltweit wohl einmalig, eine Daueramnestie für Steuerhinterzieher. Jeder , der sich selbst anzeigt, geht straffrei aus , muß nur seine Steuern und Zinsen nachzahlen. Schauen sie sich mal das von herrn Schäuble ausgehandelte Steuerabkommen mit der Schweiz an. Nicht das blabla für die Nachrichten, sondern die Punkte "Steuercds" und den Umgang mit alten Steuerschulden. Und jetzt nochmal. Wer wird hier wohl geschützt? Gehen wir mal weiter. Besitzer hoher Kapitalvermöegen zahlen in Dt. max. 25% + Soli an Steuren, sofern sie ehrlich sind und es in Dt versteuern und keine legalen Steuerschlupflöcher nutzen. In diesen Zusammenhang googlen sie doch mal nach dem Begriff "optimiertes Wertpapierdarlehen". Sie werden sehen, die 25% + Soli können sie auch umgehen.
    Schauen sie sich das Erbschaftssteuerrecht an. Da ist Deutschland mittlerweile wohl eine Steueroase. Vom Stiftungsrecht mal ganz zu schweigen.




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