Steuersenkungen
Brüderle nimmt Merkel in die Pflicht

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, die Unions- Ministerpräsidenten von den geplanten Steuersenkungen zu überzeugen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versucht dagegen den Steuersenkungseifer zu bremsen.
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HB BERLIN/HAMBURG. "Einige Landeshaushalte sind in einer schwierigen Lage - das weiß ich. Aber ohne Wachstum wird es keine Haushaltskonsolidierung geben", sagte Brüderle dem "Hamburger Abendblatt". "Ich setze fest darauf, dass die Bundeskanzlerin im Dialog mit den Ministerpräsidenten der Union genügend Überzeugungskraft entwickelt."

Der Wirtschaftsminister beharrte auf der Einführung eines steuerlichen Stufentarifs noch in der laufenden Wahlperiode. "Es muss zu einer Vereinfachung des Steuersystems kommen, denn einfache Steuersysteme sind gerechter", sagte der FDP-Politiker. "Deshalb werden wir noch in dieser Wahlperiode einen Stufentarif einführen. Offen ist lediglich, ob es drei, vier oder fünf Steuerstufen werden."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt indes erneut vor überzogenen Erwartungen an die Steuerreform, die Union und FDP im kommenden Jahr auf den Weg bringen wollen. "Die Bürger dürfen sich keine Illusionen machen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Die Steuerreform wird vernünftig, aber ich muss warnen: Versprecht Euch nicht zu viel!" Der Spielraum sei begrenzt - insgesamt stünden 2011 für die Reform 20 Mrd. Euro zur Verfügung.

Völlig offen ist für Schäuble, welche konkrete Gestalt der Stufentarif, auf dem die FDP besteht, haben wird. Ob es ganz viele kleine oder drei große Stufen geben werde, werde "ohne Zeitdruck" im nächsten Jahr entschieden. "Jetzt müssen wir das Wachstumsbeschleunigungsgesetz in Kraft setzen und den Haushalt für 2010 aufstellen. Wer den dritten Schritt vor dem ersten machen will, stolpert."

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  • Da bei einem dreistufenplan 35 % steuern die obergrenze sein soll werden die gutverdienenden mehr netto
    vom brutto haben. Natürlich wird der
    grösste teil des zugewinns aufs spar- konto wandern. Der geringverdiener hat
    wenig oder gar nichts davon. Sind unsere politiker alle durchgeknallt??
    Die steuern sollten ab einem hohen einkommen auf 50% gesetzt werden. bonies ab 500 000 Euro noch höher, auf 80%, gesetzt werden und da bonies eine freiwillige betriebsausgabe ist, können diese auch steuerlich nicht abgesetzt werden. Das bringt auch ruhe und klarheit ins bankensystem. Es werden wohl kaum viele manager ins ausland abwandern. in der boniesparte gibt es wohl nicht zu viele gute manager.Meiner ansicht nach wird ein guter manager diese besteuerung auch akzeptieren können. Wo soll der rest
    denn hin. Schlechte manager gibt es
    genug wie uns die vergangenheit zeigt. MfG

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