Steuerskandal
Staatsanwaltschaft klagt Erpresser der LLB an

Die Staatsanwaltschaft Rostock hat Anklage gegen vier Männer wegen Erpressung der Liechtensteiner Landesbank (LLB) erhoben. Unterdessen laufen auch die Ermittlungen gegen potenzielle Steuerhinterzieher weiter. Einem Zeitungsbericht zufolge werde die nächste Razzia bereits vorbereitet.

HB ROSTOCK. Die in Untersuchungshaft sitzenden Männer sind der Erpressung in besonders schweren Fällen verdächtig, wie die Ermittlungsbehörde am Freitag mitteilte. Die vier Männer sollen sich demnach im Mai 2005 mindestens 2 325 Kontenbelege, die zuvor der LLB von einem Bankmitarbeiter gestohlen worden seien, verschafft haben, um sie erpresserisch zu verwerten.

Dazu sollen die Verdächtigen Michael F. und Thomas K. zunächst den Kontakt zu LLB-Kunden in Deutschland aufgenommen und mit der Weitergabe der Informationen an Finanzbehörden gedroht haben. Die dabei geforderten Summen entsprachen den Angaben zufolge etwa einem Zehntel der bei der LLB angelegten Geldsummen. Zur Übergabe der Geldbeträge sei es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen.

Nach den erfolglosen Erpressungsversuchen forderten die Angeschuldigten nach den Ermittlungen dann von der LLB selbst im Juli 2005 rund 13 Millionen Euro. Im Laufe der über Kontaktpersonen geführten Verhandlungen waren nach bisherigen Erkenntnissen Michael F. im August 2005 in einem Hotel in Zürich 7,5 Millionen Schweizer Franken gegen die Aushändigung der ersten 700 Kontenbelege in bar ausgezahlt worden. Ende August 2007 folgten weitere 900 Kontenbelege gegen vier Millionen Euro der LLB. Eine dritte für August 2009 vorgesehene Zahlung für weitere Kontenbelege platzte wegen der Festnahme von Michael F. im September 2007.

Die von der LLB entwendeten Kontenbelege sollen Kundennamen und -adresse, Kontonummer und die Vermögenswerte enthalten. Die Angeschuldigten haben sich zu dem Verbleib der noch nicht an die LLB herausgegebenen Belege bislang nicht geäußert. Die vier zum Teil erheblich vorbestraften Angeschuldigten befinden sich wegen des dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Ihnen drohen mehrjährige Freiheitsstrafen.

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