Steuerstreit in der Union geht weiter: Stoiber will Bürger um zehn Milliarden Euro entlasten

Steuerstreit in der Union geht weiter
Stoiber will Bürger um zehn Milliarden Euro entlasten

Der CSU-Chef hält eine schnelle Steuererleichterung der Bürger für realistisch. Damit widerspricht er den jüngsten Aussagen in der Schwesterpartei CDU.

HB BERLIN. Der Steuerstreit zwischen den Unions-Parteien geht weiter. Entgegen den Vertretern der CDU will CSU-Chef Edmund Stoiber einem Pressebericht zufolge bei der geplanten Steuerreform die Bürger deutlich entlasten.

«Ich halte eine Entlastung von etwa zehn Milliarden Euro am Ende für eine realistische Zahl in einem Kompromiss mit der CDU», sagte Stoiber dem Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab. Damit widersprach er dem CDU-Finanzexperten Friedrich Merz, der erst vor wenigen Tagen sein eigenes Steuermodell relativiert hatte.

Merz hatte erklärt, eine «schnelle Nettoentlastung» komme zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage. Das lasse die Lage in den öffentlichen Kassen nicht zu. Auch den im CDU-Modell vorgesehenen Dreistufentarif lehnt Stoiber dem Bericht zufolge ab.

Ein Kompromiss müsse deutlich mehr Stufen haben als die drei, sagte er dem «Spiegel». Sonst sei die Steuerreform nicht finanzierbar. Merz hatte einen Tarif mit nur noch drei Stufen von 12, 24 und 36 Prozent vorgeschlagen.

Das Finanzministerium unter Hans Eichel (SPD) will Anfang März sein Konzept für eine neue Steuerreform vorstellen. Ziel der Reform sollen vor allem eine weitere Entlastung der unteren Einkommensklassen und eine grundlegende Vereinfachung des Steuersystems sein.

Die Steuerzahler sollten im einstelligen Milliarden-Bereich entlastet werden. Eine weitere Verringerung des Spitzensteuersatzes, der von derzeit 45 Prozent Anfang 2005 auf 42 Prozent sinken wird, schließt das Ministerium hingegen aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%