Steuerzahlerbund fordert Aufklärung: GEZ-Imagekampagne von ARD und ZDF sorgt für Unmut

Steuerzahlerbund fordert Aufklärung
GEZ-Imagekampagne von ARD und ZDF sorgt für Unmut

Mit einer groß angelegten Werbekampagne wollen ARD und ZDF das angekratzte Image ihrer neuen Rundfunkgebühr aufpolieren. Die Aktion stößt auf Kritik. Der Steuerzahlerbund moniert, dass Gebührengelder verschwendet werden.

BerlinEine neue Gemeinschaftskampagne von ARD und ZDF, die mit TV-Spots, Anzeigen- und Plakatmotiven für den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk und die neue GEZ-Gebühr wirbt, stößt auf Kritik beim Bund der Steuerzahler. Die Rundfunkanstalten machten bereits seit einigen Jahren Werbung für das öffentlich-rechtliche Programm und ihr Finanzierungsmodell. „Allerdings dürfte weder die Einführung einer geräteunabhängigen Zwangspauschale noch die millionenschwere und aus Beitragszahlungen finanzierte Werbekampagne die Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen erhöhen“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online. „Mit Zwang erreicht man eben keine Akzeptanz.“

Holznagel forderte die Sender auf, die Marketing- und Kommunikationsaufwendungen für die neue Imagekampagne offenzulegen. „Die Bürger haben einen Anspruch darauf zu wissen, was mit ihrem Geld passiert und wie hoch der tatsächliche Anteil der Beitragseinnahmen ist, der für Werbezwecke verwendet wird“, sagte er. „Die Sender müssen transparent machen, was mit den ihnen überlassenen Geldern passiert.“

Die 30-sekündigen Imagespots und die Printmotive sind bereits seit einigen Tagen zu sehen. Am Montag startete zudem eine bundesweite Plakatkampagne. Zum ersten Mal treten dabei die Aushängeschilder von ARD und ZDF gemeinsam in Erscheinung. Jeweils zwei bekannte Persönlichkeiten der Sender werben unter dem Motto "Wir sind" für die die Kernkompetenzen der gebührenfinanzierten Programme: Günther Jauch und Maybritt Illner stehen für die Polit-Talks, Tom Buhrow und Claus Kleber sollen die Nachrichtenkompetenz von ARD und ZDF unterstreichen. Am unteren Rand der Plakate wird zugleich für den neuen Rundfunkbeitrag geworben – mit dem Spruch: „Einfach. Für alle. Der neue Rundfunkbeitrag.“

Die Imagekampagne soll das ganze Jahr mit weiteren Motiven zu Genres wie Kultur und Krimis fortgesetzt werden.

Seit Jahresanfang ist die Rundfunkgebühr in Deutschland neu geregelt. Pro Haushalt müssen jetzt 17,98 Euro pro Monat gezahlt werden - unabhängig davon, ob und wie viele Radio- und Fernsehgeräte dort stehen. Die Kritik an der Neuregelung nimmt insbesondere deshalb zu, weil Firmen, Städte und Gemeinden nach Zahl der Betriebsstätten und Fahrzeuge den Beitrag leisten sollen. Nach einigen Privatunternehmen gehen auch Verbände von deutlichen Mehrkosten aus. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderten zuletzt, das Thema erneut in der Rundfunkkommission und der Ministerpräsidentenkonferenz zu behandeln.

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ARD zu Nachbesserungen bereit - "in einzelnen Fällen"

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