Stichtag 1. August
Länder melden mehr Kita-Plätze als erwartet

Noch sind es knapp drei Wochen, dann tritt der Betreuungsanspruch für Kinder unter drei Jahren in Kraft. Die Länder melden: Es gibt sogar schon mehr Kita-Plätze als geplant. Doch auch die könnten nicht reichen.
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Düsseldorf/Berlin780.000 Plätze sollten die Länder für die Kinderbetreuung der unter Dreijährigen (U3) bis zum 1. August schaffen. Denn ab dann gilt der Rechtsanspruch für die Betreuung. Jetzt berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR): Nach einem Bericht des Bundesfamilienministeriums ist die aufgestellte Quote bereits erfüllt. Rund 800.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige für das kommende Kita-Jahr seien schon gemeldet - rund 20.000 mehr als der veranschlagte Bedarf, heißt es in dem Beitrag. Offiziell wird Familienministerin Kristina Schröder (CDU) heute die aktuellen Zahlen zum Stand des Ausbaus präsentieren.

Das Statistikamt meldet ganz andere Zahlen: Demnach werden bisher rund 597.000 Kinder unter Dreijährigen in einer Kindertageseinrichtung (Kita) oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Immerhin rund 37.000 Kinder mehr als im Vorjahr. Doch trotzdem würden nach diesen Zahlen noch 183.000 Plätze fehlen. Allerdings basieren die Daten auf einer Erhebung aus dem März.

Auch der Deutsche Städtetag beurteilt die Platzsituation kritischer: Am Dienstag meldete er, bundesweit würden noch mehr als 100.000 Plätze für die Kinderbetreuung der Dreijährigen fehlen. Das Bundesfamilienministerium reagierte prompt und sagte, es halte diese Zahl für überzogen. Die Länder hätten in den letzten Monaten Tempo gemacht und viele Plätze kurzfristig geschaffen.

Nun also will das Familienministerium den aktuellen Stand der Dinge verkünden. Doch auch wenn die Quote erfüllt sein sollte: Es könnte trotzdem zu Engpässen kommen. Denn die Quoten, auf deren Grundlagen der Bedarf festgelegt wurde, sind Vergangenheitswerte. Wie viele Eltern tatsächlich Betreuung für ihr unter dreijähriges Kind in Anspruch nehmen, ist immer noch immer offen. Vor allem in den Großstädten könnte der Bedarf größer sein als das Angebot.

Bund, Länder und Kommunen haben mit dem Kinderförderungsgesetz (Kifög) den bisher umfangreichsten Ausbau der Kinderbetreuung gemeinsam auf den Weg gebracht. Das Bundesgesetz trat am 16. Dezember 2008 in Kraft. Danach haben von August 2013 an auch die Eltern von Kindern zwischen dem vollendeten ersten und dem dritten Lebensjahr - also der Ein- und Zweijährigen - einen Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Allerdings heißt das nicht, dass Eltern auch zwingend eine Platz für ihr Kind in unmittelbarer Nähe bekommen. Der Rechtsanspruch für die über dreijährigen Kinder besteht bereits länger.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Noch ein Beispiel wie Statistiken angewand werden können:
    Eine Bundesministerin erhält möglicherweise ein Pension in Höhe 10.000 EURO/Monat, eine Kassierein am Band eine Rente von möglicherweisae 650,00 EURO.
    Damit hat jede der Beiden 5.325,00 EURO/Monat zur Verfügung. Damit kann doch herrlich gelebt werden?!
    Natürlich kann auich der IQ statistisch einbezogen werden LOL!

  • Es ist trivial, wie sehr viele "Latte Macchiato-Mütter" und -natürlich auch deren Väter- Ihre Kids den Kindergärtnerinnen überlassen möchten und später dann den Lehrern/-innen mit dem Irrglauben, dass sich alles im "Wonnestaat" regelt und alles von alleine läuft. Es kann, muß aber nicht. Spätestens in der Pubertät ist Erziehung mit Einfühlungsvermögen, gesundem Menschenverstand und bestenfalls mit pädagogischem und psychlogischen Wissen gefragt. Nur wenn vorne nix passiert ist, was soll dann noch kommen. Ja, dann Ganztagsschule.

    Na ja, nix gegen Erzieher und Lehrer. Aber wenn Sie als Vorbild dienen sollen und die Kinder nur von denen lernen können und dann noch von den.......
    Da sind auch die Politiker gefragt die in dieselbe Kerbe schlagen und für alle Ganztagsschulen wollen. Gut. Morgens um 7.00-8.00 Uhr hin abends 17.00-18.00 Uhr nach Hause.
    Eltern "totmüde". Ach so, von denen können die Kids nix lernen. Nur von denenn im öffentlichen Dienst ohne Numerus Clausus und teils ohne Ambitionen zum Taug eines Vorbildes. So kann man(n) es auch für die Zukunft steuern. Das Ergebnis wird dann irgendwann sichtbar und für diese nicht mehr korrigierbar.
    Also überlassen wir alles denen im öffentlichen Dienst Tätigen und ziehen uns als Eltern zum Latte Macchiato zurück. Wenn wir dann ggf. Abendbrot mit unseren Kids vorm PC zu uns nehmen oder die Kids auf dem iPhone rummklimpern -wenn diese dann mal um 18.00-19.00 Uhr nach Hause gekommen sind-, dann ist alles klar auf der "Andrea Doria."

    Immer mehr Kindergeld, Freibeträge. Erziehungsgeld, Müttergeld, Ganztagsschulen und....und..und
    gibt keine "Mehr Kinder". Das wußten auch schon unsere Vorfahren.

    Die Ursachen und Fehler liigen nicht hier. Aber das wissen unsere Politiker und Verantwortlichen noch nicht. Vielleicht lernen sie noch oder später daraus.

    Stets sorge, dass das Volk ohne Wissen und Wunsch sei. Und sorge zugleich, dass die Wissenden nicht zu handeln wagen.

  • Ach und wo sind die bestens ausgebildeten Erzieherinnen?
    Aber da wird man wieder jedermann schnell umschulen und Leute ohne Schulabchluss werden dann Erzieherinnen
    Einfach toll
    Arme Kinder

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