Deutschland
Stichwort: Stasi-Unterlagen-Behörde

Die Hinterlassenschaften des einst mächtigen DDR- Ministeriums für Staatssicherheit werden seit zehn Jahren von einer eigenen Behörde verwaltet.

dpa BERLIN. 180 000 Regalmeter Akten sind in der Behörde archiviert. Darunter befinden sich 40 Mill. Karteikarten und hunderttausende Bild- und Tondokumente. Knapp 80 Kilometer Material wie Berichte von Inoffiziellen Mitarbeitern und Abhörprotokolle lagern allein im Berliner Zentralarchiv.

Zu den skurrilen Beständen gehören auch Geruchsproben, die die Stasi von Regimekritikern gesammelt hatte, um diese im Falle eines Falles mit Hilfe von Spürhunden auffinden zu können. Zu den Aufgaben der Behörde gehört auch die Zusammensetzung der zum Teil in Schnipsel zerrissenen Akten.

Erster Behörden-Chef war Joachim Gauck. Seit gut einem Jahr steht die frühere Bürgerrechtlerin Marianne Birthler der "Gauck-Behörde" mit ihren 14 Außenstellen und mehr als 2000 Mitarbeitern vor. Grundlage ihrer Arbeit ist das Stasi-Unterlagen-Gesetz, das Ende 1991 vom Bundestag verabschiedet wurde.

Zu den Aufgaben gehört die Auswertung der gesammelten Unterlagen. Opfer können dort Einblick in ihre Akten nehmen. Auch Justiz, Wissenschaft und Medien haben Zugriff auf zahlreiche Unterlagen. Spektakulär wurde der Streit um Akten über Altkanzler Helmut Kohl. Er hatte per Gerichtsentscheid erreicht, dass die Papiere unter Verschluss bleiben müssen. Der Fall soll nun endgültig vom Bundesverwaltungsgericht geklärt werden.

Seit Einrichtung der Stasi-Unterlagen-Behörde wurden laut Birthler allein 1,9 Mill. Anträge auf Akeneinsicht gestellt. Insgesamt wurden fast fünf Mill. Anträge an die Behörde gerichtet, so zu Überprüfungen im öffentlichen Dienst oder Rehabilitierungsersuchen. Noch heute gehen monatlich rund 10 000 Auskunftsanträge bei der Behörde ein.

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