Stiftung Warentest
Mehr Geld für „Finanz-TÜV“ gefordert

Die Stiftung Warentest soll nach dem Willen der Koalition verstärkt Finanzprodukte unter die Lupe nehmen und Verbraucher besser schützen. Doch dafür bräuchte sie laut SPD und Verbraucherschützern wesentlich mehr Geld.
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BerlinVerbraucherschützer und die SPD haben die Aufwertung der Stiftung Warentest beim Check von Finanzprodukten als Tropfen auf den heißen Stein kritisiert. Zwar begrüßten sie, dass Union und FDP private Anleger besser schützen wollen. Die von den Koalitionsspitzen beschlossene Finanzspritze von 1,5 Millionen Euro für die Stiftung ab 2013 reiche aber nicht aus, um die fast 800.000 Finanzprodukte in Deutschland zu durchleuchten. „Sie wird damit keinen Finanz-TÜV leisten können“, sagte am Montag der Chef der Verbraucherzentralen, Gerd Billen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier meinte: „Das spricht Bände über den Zustand der Koalition, wenn sie einen Koalitionsausschuss braucht, um der Stiftung Warentest 1,5 Millionen zu überweisen.“ Die SPD warf der Koalition vor, viel Zeit verschwendet zu haben. Die Verbraucher hätten seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 Milliarden verloren.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) betonte dagegen, die Bürger würden künftig besser vor falscher Beratung und riskanten Finanzprodukten gewarnt. „Das ist ein starkes Signal für den Verbraucherschutz.“ Regierungssprecher Steffen Seibert wies Befürchtungen zurück, der Staat mische sich zu stark in den Finanzmarkt ein. Die Stiftung sei unabhängig.

Die Stiftung Warentest genießt seit rund 50 Jahren einen hervorragenden Ruf als Anwältin der Verbraucher. Sie finanziert sich größtenteils aus dem Verkauf ihrer Test-Hefte, bekommt aber auch Steuergeld. Der jährliche Bundeszuschuss ging von sechs Millionen Euro (2010) auf 3,5 Millionen Euro (2012) zurück. Parallel stockte die Bundesregierung aber das Stiftungsvermögen um 50 Millionen Euro auf.

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