Stimmen-Vorsprung im Bundestag schmilzt
Wissmann bringt Union in die Bredouille

Der CDU-Politiker Matthias Wissmann ist zum neuen Chef des Verbands der Automobilindustrie (VDA) gewählt worden. Als Konsequenz will er sein Bundestagsmandat aufgeben. Die Entscheidung hat für die Union im Parlament weit reichende Folgen.

HB BERLIN. Der Unions-Stimmenvorsprung im Bundestag gegenüber der SPD könnte in nächster Zeit schmelzen. Grund ist der Wechsel des CDU-Bundestagsabgeordneten Matthias Wissmann an die Spitze des Verbandes der Automobilindustrie.

Er wurde am Montag gewählt und tritt sein neues Amt am 1. Juni an. Wissmann löst Bernd Gottschalk ab, der vor zwei Wochen wegen Kritik an seiner Verbandsarbeit zurückgetreten war.

Wissmann will mit dem Antritt seines neuen Postens auf sein Bundestagsmandandat verzichten, hieß es aus seinem Bundestagsbüro. Folge wäre, dass der Vorsprung der CDU/CSU im Bundestag auf die SPD schwände. Bislang verfügt die Union über 225 Mandate, die SPD über 222. Ein weiteres Mandat könnte die Union verlieren, wenn der Abgeordnete Ingo Wellenreuther im Juni Oberbürgermeister von Mannheim wird. Die Union käme dann nur noch auf 223 Stimmen.

Für Wissmann und Wellenreuther können keine Nachrücker in den Bundestag einziehen, weil sie Direktkandidaten sind und die CDU in Baden-Württemberg bei der vergangenen Bundestagswahl drei Überhangmandate erhalten hatte. Im Dezember war bereits der sächsische Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche aus der Fraktion ausgeschieden. Nach scharfer innerparteilicher der Kritik an als rechtslastig empfundenen Aussagen war Nitzsche aus der CDU ausgetreten.

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