Stimmt es, dass...

Müssen wir mit einem Mangel an Spenderorganen leben?

Der Bedarf nach Transplantationsorganen ist noch lange nicht gedeckt. Das Problem liegt im karikativen Charakter der Organspende. Eine Lösung wäre die Organisation des Transplantationssystems als Solidargemeinschaft.
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Nur wer zur Spende bereit ist, sollte auch Empfänger werden, schlägt Handelsblatt-Kolumnist Norbert Häring vor. Quelle: dapd

Nur wer zur Spende bereit ist, sollte auch Empfänger werden, schlägt Handelsblatt-Kolumnist Norbert Häring vor.

(Foto: dapd)

Der Skandal um manipulierte Akten von Transplantationspatienten an der Uniklinik Göttingen wirft ein Schlaglicht auf die Lage von Menschen, die auf Spenderorgane warten. Bundesweit stehen derzeit rund 12.000 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Viele sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Die Zahl der Spender ist rückläufig. Deshalb bekommen demnächst alle Deutschen Post von ihrer Krankenkasse und müssen sich erklären, ob sie Organspender sein wollen. Davon erhofft man sich, dass viele, die bisher nur die Eigeninitiative nicht aufgebracht haben, sich einen Spenderausweis zu besorgen, das Ja ankreuzen.

Das mag etwas helfen, aber das Grundproblem geht es nicht an. Organspenden sind als karitative Veranstaltung organisiert, nicht als die Solidargemeinschaft, die sie sein sollten. Viele Menschen haben ein emotionales Problem mit der Vorstellung, unmittelbar nach dem Ableben zu einem Ersatzteillieferanten zu werden.

Das steht auch in Konflikt mit dem Wunsch vieler Menschen, nicht künstlich am Leben gehalten zu werden, wenn keine Rückkehr ins bewusste Leben mehr möglich ist. Um Organtransplantationen möglich zu machen, ist das aber oft nötig.

Für diejenigen, die schon schwer krank sind und mit einem Spenderorgan geheilt werden könnten, treten solche Fragen in den Hintergrund. Fast alle wollen ein Spendenorgan.

Nur wer bereit ist Spender zu werden, wird auch Empfänger
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7 Kommentare zu "Stimmt es, dass...: Müssen wir mit einem Mangel an Spenderorganen leben?"

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  • Organspende gut und schön. Wie läuft sie aber praktisch ab?
    Sie sitzen am Krankenhausbett bei ihren sterbenden Angehörigen und plötzlich piepst der Monitor "Hirntod". Was geschieht nun?
    Die Zimmertür fliegt auf und die Weißkittel stürzen herein. Unsere Teilnahme zum Tod ihres Angehörigen, aber Sie wissen ja, er hat der Organspende zu gestimmt. Sie dürfen jetzt gehen! Und was passiert nun? Unser toter Angehörige wird ausgeschlachtet. Haut, Augen, aller Innereien. Werden schon Hoden und Brustwarzen transplantiert? Wir die Hinterblieben sehen unseren Verstorben nicht wieder um Abschied zu nehmen und trauern zu können. Ist er nur noch eine Gewebebündel in einem Plastiksack?
    Hierüber sollten sich die Befürworter der Transplantationsgeschäft Gedanken machen.
    Ich sag für mich, ohne mich. In der Natur ist dieses Agieren nicht vorgesehen und der Tod ist unausweichliches eisernes Gesetz.

  • Jeder Mensch muss frei sein in seiner Entscheidung, ober Organspender werden möchte oder nicht.
    Der Gesetzgeber hat sich weitestgehend herauszuhalten. Ich verweise auf das GG. Artikel 1, die Würde des Menschen ist unantastbar, damit ist alles gesagt.
    Der jetzt aufgedeckte Skandal, hat mich in meiner Meinung bestärkt, kein Organspender zu werden, außer für die Familie.

  • Ich dachte immer, die besorgen sich die Orange aus China.

  • LOL ! D'Accord ! Wie k.h.a. schon anmerkte, bald gibt's eh engineerte, passende Organe aus Selbstzucht.
    Was soll immer dieser Soli-Zwang auf allen Ebenen. Jedem Tierchen sein Plasierchen. Wer will kann, wer nicht will, muss nicht.

  • Eine Lösung wäre natürlich auch die Sterblichkeit einfach zu akzeptieren. Ersatzteile organisiert bei anderen Menschen aufzutreiben wird immer ein fragwürdiges unterfangen bleiben.
    Bei allem Verständnis für die Betroffenen, kann diese Form der Hilfe immer nur eine mehr oder weniger Persönliche sein.
    Wer hier mehr fordert oder erwartet, sollte tatsächlich marktwirtschaftlich bezahlen. Denn anders wird letztlich nur das was daran stört nur verschleiert.

    H.

  • Ich bin immer wieder überrascht wie sehr wir in einem so essentiellen Bereich unseres Lebens nicht bereit sind die Marktwirtschaft anzuerkennen. Bei Wohnungen, Lebensmitteln, Autos, Kleidung haben wir uns selbstverständlich angewöhnt Ware gegen Preis zu bekommen, nur die Organspende soll karitativ erfolgen. Und dann wundern wir uns, daß es nicht funktioniert. Kauft den Leuten die Spendenbereitschaft ab und ab morgen gibt es keine Probleme mehr mit Spenderorganen.

  • Das ist das Dümmste, was ich heute gelesen habe - und hat auch Chancen, Wochensieger zu werden.

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