Stipendien
Stipendienmodell aus NRW bekommt Rückenwind

Das von Nordrhein-Westfalen propagierte Stipendienmodell für die besten zehn Prozent der Studenten erhält kräftigen Rückenwind aus der Wirtschaft. Bisher erhalten nur zwei Prozent aller Studenten ein staatliches oder privates Stipendium - das Fehlen einer umfassenden Begabtenförderung gilt als Schwachpunkt im deutschen Hochschulwesen.

BERLIN. "Der Ansatz ist gut", lobt BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Es könnte ein "interessanter Anreiz" sein, damit Unternehmen mehr Geld in Stipendien stecken. "Das ist ein sehr innovativer Vorschlag, um mittelfristig die Zahl der Akademiker zu steigern, die wir dringend brauchen", meint auch IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter. Wichtig sei jedoch, nicht nur Geld zu verteilen, "sondern dass alle die gleichen Chancen auf Bildung haben", fügte Hambrecht hinzu.

Das Fehlen von Stipendien gilt als Schwachpunkt im deutschen Hochschulwesen. Zwar gibt es rund 1 700 Stiftungen, die Studenten fördern, unterm Strich erhalten aber nur knapp zwei Prozent aller Studenten ein staatliches oder privates Stipendium, im Schnitt 318 Euro pro Monat. Der Bund hat die Begabtenförderung aufgestockt, um zumindest jeden hundertsten Studenten zu erreichen. In den USA gibt die Regierung rund 22 Mrd. Dollar jährlich für Stipendien aus. Weitere 23 Mrd. stellen die Hochschulen aus Gebühreneinnahmen und Spenden bereit, die sie vor allem aus der Wirtschaft bekommen.

Ähnlich stellt sich das auch NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart vor: Nach seinem Plan sollen Hochschulen für jeden Stipendien-Euro, den sie aus der Wirtschaft einwerben, einen vom Staat dazu bekommen. Um das beste Zehntel der Studenten - vor allem in der Masterphase - mit monatlich 300 Euro ausstatten zu können, wären dafür 194 Mill. Euro jährlich nötig. Diesen Mittwoch steht der Vorschlag auf der Tagesordnung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz der Länder und des Bundes.

Problematisch ist jedoch die Kombination mit dem Bafög. Bisher gilt, dass Stipendiaten grundsätzlich weniger Bafög bekommen, weil das Stipendium als Einkommen zählt. Pinkwart und auch die Wirtschaft wollen jedoch verhindern, dass mit den Stipendien bei Bafög-Empfängern nur staatliche Gelder ersetzt werden.

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