0 Bewertungen
16.02.2007 
Bundesrat

Stoiber feiert Korrekturen an der Gesundheitsreform

Ulla Schmidt dürfte entzückt gewesen sein: In der abschließenden Debatte des Bundesrats über die Gesundheitsreform hat Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber das Gesetzesvorhaben verteidigt. Allerdings strich Stoiber die Änderungen dick heraus, die er zusammen mit anderen Ländern durchsetzte.

Edmund Stoiber im Bundesrat. Foto: apLupe

Edmund Stoiber im Bundesrat. Foto: ap

HB BERLIN. Die Länder hätten wichtige Korrekturen gegenüber den Plänen von Gesundheitsministerin Schmidt durchgesetzt, die weit in Richtung Staatsmedizin habe gehen wollen, sagte der CSU-Politiker am Freitag vor der entscheidenden Abstimmung im Bundesrat. Wichtig für Bayern sei vor allem der Erhalt der privaten Krankenversicherung gewesen. Schmidts Pläne für einen Basistarif hätten hingegen die Abschaffung der PKV durch die Hintertür bedeutet, meinte Stoiber. Darüber hinaus sei für Bayern von entscheidender Bedeutung gewesen, dass die dortigen Krankenkassen durch den ab 2009 geplanten Gesundheitsfonds nicht übermäßig belastet würden. Dazu diene die so genannte Konvergenzklausel.

„Ein langer Marsch geht heute zu Ende“, sagte Stoiber mit Blick auf den monatelangen Streit in der großen Koalition. Die langwierige Debatte habe das Vertrauen der Menschen in die Reform nicht gestärkt. Viele Details seien für Laien auch kaum verständlich. Doch gehe es letztlich darum, Spitzenmedizin für jedermann in Deutschland zu erhalten, sagte Stoiber.

Nach der Debatte wird der Bundesrat am heutigen Freitag über die Reform abstimmen. Eine Mehrheit für das Gesetz gilt als sicher. Es wird erwartet, dass bis auf Baden- Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen alle Länder zustimmen. „Das ist eine große und breite Mehrheit“, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) unmittelbar vor Beginn der Sitzung in Berlin. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte: „Ich könnte zustimmen.“ Wegen des Widerstands des Koalitionspartners FDP werde sich sein Land aber enthalten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Konjunkturbeschleuniger verzweifelt g...

    Konjunkturbeschleuniger verzweifelt gesucht

    Wie soll die schwächelnde Konjunktur wieder angekurbelt werden? Im Umfeld der Bundesregierung kursieren die unterschiedlichsten Modelle. Den Stein der Weisen hat aber noch keiner gefunden. Fakt ist: Dem bereits geschnürten ersten Wachstumspaket soll ein zweites folgen....Bildergalerie 

  • Die Säulen der thailändischen Gesells...

    Die Säulen der thailändischen Gesellschaft

    Nation, Monarchie und Religion sind die drei Eckpfeiler, die den Rahmen der thailändischen Gesellschaft bilden. Die Stärke und Tragkraft der thailändischen Gesellschaft resultiert aus der Tragkraft dieser drei Säulen. Es ist der einzige Staat der dem Kolonialismus trot...Bildergalerie 

  • Thailands Flughäfen geräumt

    Thailands Flughäfen geräumt

    Aufatmen für Hunderttausende Touristen: Die thailändischen Regierungsgegner haben die Blockade der internationalen Flughäfen beendet. Bilder vom - zumindest vorübergehenden - Ende einer Krise.Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Den Nullzins vor Augen  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 07:05 Uhr von Nobert Häring

Wenn die Welt in die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgleitet, muss die Wirtschaftspolitik Gewohnheiten aus normalen Zeiten hinterfragen. Das gilt auch für die Geldpolitik. Innerhalb weniger Wochen haben sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum dramatisch verändert. Da ist das übliche Finetuning der Zinsen in kleinen Schritten nicht mehr sinnvoll. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Letztes Aufgebot  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 05:19 Uhr von Helmut Hauschild

Vor allzu viel deutscher Euphorie sei tgewarnt. Die aktuelle Personalrochade könnte ein kurzes Hurra für die Bundesregierung sein. Kommentar