Stoiber hält sich Kanzlerkandidatur offen
Schröder tritt 2006 als Kanzlerkandidat an

Kaum sind in Berlin die Parlamentsferien zu Ende, beginnen wieder die Spekulationen um die Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl 2006. Auch die Gerüchte um das Amt des Bundespräsidenten wollen nicht verstummen.

HB BERLIN. So wird Bundeskanzler Gerhard Schröder nach Einschätzung von SPD-Fraktionschef Franz Müntefering bei der nächsten Wahl noch einmal antreten. Auf die Frage, wer 2006 kandidiere, sagte Müntefering der „Bild am Sonntag“: „Für uns natürlich Gerhard Schröder, davon gehe ich aus. Und er wird Bundeskanzler bleiben, weil wir die Wahl gewinnen.“

„Der Bundeskanzler weiß schon, was er machen wird, und er wird es zum richtigen Zeitpunkt mitteilen“, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Wochenende dazu. Schröder selbst hatte auf entsprechende Fragen vor zwei Wochen ähnlich reagiert: Er kenne die Frage ebenso wie die Antwort, werde aber nichts dazu sagen. In der SPD wird damit gerechnet, dass Schröder 2006 erneut antritt, wenn sich die Konjunktur erholt und er eine Chance spürt. Zu Beginn seiner Regierungszeit hatte der Kanzler noch betont, er wolle nur zwei Legislaturperioden im Amt bleiben.

Die Union will frühestens 2005 entscheiden, wer für sie als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. CSU-Chef Edmund Stoiber hielt sich in einem Gespräch mit dem ZDF die Option offen, selbst erneut anzutreten: „Das hängt von der Gesundheit ab, auch von dem ganzen weiteren Leben. Und die Frage zur Kanzlerschaft 2006 beantworten wir dann, wenn sie ansteht.“ Stoiber mutmaßte, dass die Wähler Schröder nicht „noch weiter ertragen“ würden, wenn die Arbeitslosenzahl über fünf Millionen steige: „Dann glaube ich, wird es so offenkundig werden, dass er es nicht kann, dass er möglicherweise sogar selbst das Handtuch schmeißt.“ Auch CDU-Chefin Angela Merkel ließ im Deutschlandfunk offen, wer Kanzlerkandidat der Union werden könnte.

Unterdessen gehen die Diskussionen um den zukünftigen Bundespräsidenten weiter. CDU-Chefin Merkel kommt nach Einschätzung von Stoiber nicht infrage: „Ich glaube nicht, dass jemand, der so mittendrin steckt in der Gestaltung der Politik, das außerordentlich wichtige Amt des Bundespräsidenten als sein Ziel ansieht, das doch nicht die Gestaltung der Politik im Vordergrund hat, sondern die Repräsentation und Nachdenklichkeit“. Wenn die Union in der Bundesversammlung eine Mehrheit habe, dann würde man „natürlich einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin aufstellen“.

Trotz der Union-FDP-Mehrheit in der Bundesversammlung sieht Müntefering gute Chancen für einen SPD-Bewerber bei der Bundespräsidentenwahl im Mai 2004. „Die Wahl ist längst nicht gelaufen, auch wenn mancher in der Union das glaubt“, sagte Müntefering. „Wenn Johannes Rau erneut kandidieren sollte, werden wir natürlich versuchen, ihm eine Mehrheit in der Bundesversammlung zu sichern“, versprach er.

Rau selbst regte an, das Staatsoberhaupt für eine Amtszeit von sieben Jahren zu wählen – allerdings ohne die Möglichkeit der Wiederwahl.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%