Stoiber: Keine weitere Sondierung mit den Grünen
Jetzt bleibt nur Schwarz-Rot

"Jamaika" ist in weite Ferne gerückt: Union und Grüne werden keine weiteren Sondierungsgespräche über eine gemeinsame Regierungsbildung mit der FDP führen. Die Zeichen stehen damit auf große Koalition. Auch bei den Wählern erhält ein schwarz-rotes Bündnis laut Umfrage immer mehr Zustimmung.

HB BERLIN. Knapp eine Woche nach der Bundestagswahl ist noch immer nicht klar, wer Deutschland künftig regieren wird. Mit dem Beginn der Sondierungsgespräche werden allerdings die Positionierungen der Parteien deutlicher.

So vereinbarten Union und SPD eine weitere Sondierungsrunde für eine große Koalition und plädierten beide vehement für eine "stabile Regierung", was eher als Zeichen für eine große Koalition gedeutet wird, denn für eine als instabil geltende schwarze Ampelkoalition oder eine Minderheitsregierung.

Das "Jamaika"- Bündnisses aus Union, FDP und Grünen kann als gescheitert gelten. Es sei klar geworden, dass die Gegensätze "doch sehr sehr groß" seien, sagte Stoiber nach Gesprächen mit den Grünen am Freitag. Auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer erklärte nach dem Treffen, er sehe keine Basis für weitere Gespräche. Damit stehen die Zeichen auf große Koalition.

Bei den Wählern findet sich laut ZDF-Politbarometer für ein Bündnis aus Union und SPD ebenfalls Unterstützung. 47 Prozent der Befragten plädierten für rasche Neuwahlen, 50 Prozent lehnten dies ab. Die größten Chancen werden laut Politbarometer einer großen Koalition aus Union und SPD eingeräumt. Dieses Bündnis befürworteten 45 Prozent der Befragten, 43 Prozent lehnten es ab. Eine am Donnerstag veröffentlichte Emnid-Umfrage hatte dagegen ermittelt, dass 73 Prozent der Bundesbürger gegen nochmalige Neuwahlen sind und eine Koalition aus Union, FDP und Grünen den Vorzug geben.

Die CDU/CSU käme laut Politbarometer auf 37 Prozent (1,8 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl) und die SPD auf 35 Prozent (plus 0,7). FDP, Linkspartei und Grüne könnten jeweils mit acht Prozent der Stimmen rechnen (FDP: minus 1,8, Linkspartei: minus 0,7, Grüne: minus 0,1).

Demnach hätten weiterhin weder Union und FDP noch SPD und Grüne eine Regierungsmehrheit. 80 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden mit dem Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag. Zugleich gaben aber 87 Prozent an, sie hätten selbst bei Kenntnis des Wahlausgangs nicht anders gewählt.

Deutlicher als bei der Sonntagsfrage ist laut Politbarometer der Zugewinn für die Union bei der politischen Stimmung, wo die CDU/CSU auf 41 Prozent zulegt. Die SPD verbessert sich hier auf 35 Prozent und die Grünen auf neun Prozent. Die FDP verschlechtert sich auf acht Prozent und die Linkspartei auf sechs Prozent. Bei der Sonntagsfrage werden anders als bei der politischen Stimmung längerfristige Überzeugungen der Wähler und Bindungen an die Parteien stärker berücksichtigt.

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