Stoiber-Kritikerin
CSU-Rebellin Pauli strebt nach Höherem

Bisher hatte die Stoiber-Kritikerin immer betont, erneut für das Amt der Landrätin kandidieren zu wollen. Jetzt hat sie sich überraschend umentschieden – und strebt nach Höherem.

HB FÜRTH. Die Stoiber-Kritikerin und Fürther Landrätin Gabriele Pauli strebt nach höheren Aufgaben: Nach 18 Jahren im Amt suche sie eine neue Herausforderung und könne sich „eine Zukunft in der freien Wirtschaft oder in Form eines höheren politischen Amtes vorstellen“, erklärte die CSU-Rebellin am Montag in Fürth. Bei der Kommunalwahl 2008 werde sie nicht mehr kandidieren. In den vergangenen Wochen habe sie gemerkt, wie viel Spaß es mache, auf anderen politischen Ebenen mitzuwirken.

Nachforschungen über die Gegnerin des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hatten der CSU im Januar den Anlass zu seinem Sturz geliefert. Pauli sagte, sie habe noch keine konkreten Angebote. „Ich habe gemerkt, ich brauche einfach eine Veränderung.“

Die Reaktion der CSU habe ihr neue Wege eröffnet und sie erkennen lassen, wie viel Unterstützung sie in der Öffentlichkeit habe. „Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass es interessante politische und berufliche Perspektiven für mich gibt.“ Ihr Schritt sei kein Rückzug aus der CSU, „im Gegenteil“. Im September will sie für das Ehrenamt der stellvertretenden Parteivorsitzenden kandidieren. „Für die Zukunft habe ich viele Optionen und lasse diese auf mich zukommen“, erklärte Pauli.

Der Fürther CSU-Kreisvorsitzende Mathias Dießl zeigte sich vom Rückzug der Landrätin im Mai 2008 überrascht. Ihre Kandidatur habe nicht in Frage gestanden: „Wir wären mit ihr wieder angetreten“, sagte er der AP. CSU-Generalsekretär Markus Söder reagierte kühl auf Paulis Erklärung: „Das ist ihre ganz persönliche Entscheidung. Ich nehme das zur Kenntnis“, sagte er. Beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau war Pauli von Stoiber-Anhängern ausgepfiffen worden.

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