Stoiber-Nachfolge
Huber arbeitet auch unter Beckstein

Staatskanzleichef Erwin Huber will den Fall einer Niederlage im Kampf um die Nachfolge von Ministerpräsident Edmund Stoiber in Bayern bleiben. Konkurrent Beckstein droht dagegen weiter mit Auswanderung nach Berlin.

HB PASSAU. "Mein Platz ist in der Landespolitik, und mein Herz gehört Bayern und der bayerischen Heimat", sagte Huber heute im Bayerischen Rundfunk zu der Nachfolgedebatte in der CSU um das Regierungsamt von Edmund Stoiber. Hier etwas zu gestalten und zu erreichen, sei seine politische Leidenschaft, und da gebe es für ihn keine Einschränkung. Huber würde nach eigenen Angaben auch dann weiter im bayerischen Kabinett mitarbeiten, wenn er sich im Rennen um die Stoiber-Nachfolge nicht gegen Innenminister Günther Beckstein durchsetzen sollte.

Auch Beckstein erklärte der "Passauer Neuen Presse": „Wenn ich gewinne, wird Erwin Huber auch in meinem Kabinett mitarbeiten. Das hat er mir bereits zugesagt." Beckstein selbst hatte dagegen am Donnerstag klar gemacht, er würde sich einem Ministerpräsidenten Huber nicht unterordnen: „Ich kann mir nicht vorstellen, mich der Richtlinienkompetenz von Erwin Huber zu beugen. Ich würde für ein Kabinett Huber nicht zur Verfügung stehen.“

Beckstein betonte in der Zeitung, er sei nicht am CSU-Vorsitz interessiert: „Ich habe nicht die leiseste Absicht, irgendwann Parteivorsitzender zu werden. Diesen Posten strebe ich nicht an. Für mich wäre es kein Problem, mit Stoiber als Parteichef zusammenzuarbeiten.“

Die Ankündigung, die Beckstein bereits am Mittwoch in internen Gesprächen gemacht hatte, löste in der CSU-Spitze Besorgnis aus. CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann sagte der dpa: „Ich gestehe, das ist eine völlig unerwartete Situation. Aber ich hoffe, da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.“ Gerade bei einem Wechsel Stoibers nach Berlin sei die Landespolitik auf ein starkes Team angewiesen. „Wir brauchen beide - Günther Beckstein und Erwin Huber.“

Die beiden CSU-Politiker gehören zu den engsten Vertrauten Stoibers. Sie bewerben sich um das Ministerpräsidentenamt, wenn der Parteichef wie geplant als Wirtschaftsminister in die Bundesregierung wechselt. Die Entscheidung soll in einer Kampfkandidatur am 15. November in der Landtags-CSU fallen.

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