Stoiber rechnet im Falle eines Falles mit rot-rot-grüner Koalition
Linkspartei entzweit die SPD

Die SPD streitet über den Umgang mit der neuen Linkspartei: Führende Politiker der SPD lehnen eine Zusammenarbeit mit dem neuen Bündnis von WASG und PDS kategorisch ab. Doch der linke Flügel der Partei lässt nicht locker, deren Nähe zu suchen. Derweil steht das Linksbündnis zumindest in Bayern bereits wieder auf der Kippe.

HB BERLIN/INGOLSTADT. Parteichef Franz Müntefering wandte sich am Wochenende gegen Äußerungen von Vertretern des linken SPD-Flügels, die vor einer Verteufelung der Linkspartei warnten und das kategorische Nein zu einer Zusammenarbeit in Frage stellten. Wie auch Bundeskanzler Gerhard Schröder bekräftigte er das Nein zu jeder Zusammenarbeit mit der aus der PDS hervorgegangenen Partei, die mit der linken WASG ein Wahlbündnis eingegangen ist. Sollte das Wahlbündnis bei der Bundestagswahl so stark abschneiden wie derzeit in den Umfragen, hätten möglicherweise nur Union und SPD zusammen eine klare Mehrheit im Parlament. Schröder sagte, er stehe als Juniorpartner in einer solchen großen Koalition nicht zur Verfügung.

In Bayern ist indes schon wieder fraglich, ob dort das Linksbündnis von langer Dauer sein wird. Nach Abstimmungsniederlagen bei der Kandidatenkür der Linkspartei für die Bundestagswahl sagte die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) ihren eigenen Landesparteitag am Sonntag ab. Dies sei ein "Symbol für eine Denkpause", sagte WASG-Sprecher Hans Schwarz. Zu dem Eklat kam es am Samstagabend, als zwei WASG-Kandidaten bei der Delegiertenversammlung der Linkspartei - vorher PDS - in Ingolstadt nicht auf die angestrebten Listenplätze gewählt wurden.

Die WASG hatte mit Anni Heike und ihrem Landesvorsitzenden Fritz Schmalzbauer Bewerber für die Plätze drei und vier vorgeschlagen. Beide scheiterten jedoch gegen Kornelia Moeller und Markus Bansemir von der Linkspartei. Danach wurde die Konferenz unterbrochen. "Es ist ein Affront - einer von beiden hätte durchgehen müssen", sagte Schwarz. "Es geht um die entscheidenden vorderen Plätze." Zwar habe die WASG kein Mitspracherecht bei der Kandidatenkür. "Gleich zwei Kandidaten von uns hintereinander durchfallen zu lassen, ist aber nicht fair."

Zuvor war der Schweinfurter IG-Metall-Bevollmächtigte und WASG-Mitbegründer Klaus Ernst mit großer Mehrheit auf Platz eins gewählt worden. "Klaus Ernst hat sich noch nicht entschieden, ob er dabei bleibt", unterstrich Schwarz. Die Spitze der WASG in Bayern wollte am Sonntagnachmittag in München über ihr weiteres Vorgehen beraten. Auf Platz zwei setzten die Linkspartei-Delegierten in Ingolstadt die frühere PDS - Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter.

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