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20.02.2006 
Transrapid

Stoiber wirft China Technologieklau vor

Die Ankündigung Chinas, eine eigene Magnetschwebebahn nach dem Vorbild des deutschen Transrapids auf die Schiene zu setzen, sorgt für Aufregung in der Union: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer unerlaubten Kopie durch Peking. Dieser „Missbrauch von geistigem Eigentum“ dürfe nicht ohne Folgen bleiben.

Ist sauer über den angeblichen Technologieklau der Chinesen. Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident. Foto: APLupe

Ist sauer über den angeblichen Technologieklau der Chinesen. Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident. Foto: AP

HB MÜNCHEN. „Hier gibt es in der Tat Missbrauch von geistigem Eigentum“, sagte Stoiber mit Blick auf das chinesische Magnetschwebebahnprojekt. Das müsse sicherlich auch im Rahmen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) geklärt werden, fügte er hinzu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teile seine Auffassung. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte, die Bundesregierung prüfe derzeit, ob die geplante chinesische Magnetschwebebahn von der deutschen abgekupfert sei.

China will Medienberichten zufolge im Juli ein Konkurrenzmodell zu dem Hochgeschwindigkeitszug testen. Nach Einschätzung deutscher Experten könnte die Bahn in fünf Jahren marktreif sein. Der von Thyssen-Krupp und Siemens gebaute Transrapid ist bislang in China als einzigem Land der Welt im Einsatz.

Stoiber erneuerte seine Forderung, die deutsche Strecke zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen früher zu bauen als ursprünglich geplant ab 2010. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte vergangene Woche signalisiert, über eine Beschleunigung sprechen zu wollen. Der SPD-Politiker forderte allerdings von Bayern, konkrete Zahlen zur Finanzierung des Prestigeprojekts auf den Tisch zu legen. Durch das Signal Tiefensees stiegen die Chancen eines schnelleren Baus, sagte Stoiber. „Ich glaube, dass die Verwirklichung des Transrapids jetzt noch einmal eine Schubkraft bekommt durch die chinesischen Aktivitäten.“

Ohne konkrete Summen für Münchner Flughafenroute zu nennen, regte Stoiber an, neben der geplanten bayerischen Transrapid-Verbindung weitere Strecken in Deutschland anzustoßen. So sei die bereits früher angedachte Strecke von Nordrhein-Westfalen in die Niederlande als nächstes Projekt verfolgenswert.

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