Stoiber zieht sich zurück
Ein Bayer daheim

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber macht sich in Europa rar. Während die übrigen Ministerpräsidenten immer öfter in Brüssel auftauchen, scheint Stoiber nach seinem Rückzug aus der Bundespolitik auch in der EU an Bedeutung verloren zu haben.

BRÜSSEL. Seit Jahresbeginn zeigen die deutschen Provinzfürsten in Brüssel besonders eifrig Flagge. In den EU-Vertretungen der Bundesländer folgt ein Neujahrsempfang auf den anderen. Der Niedersachse Christian Wulff, Roland Koch aus Wiesbaden, Günther Oettinger aus Stuttgart, Georg Milbradt aus Dresden, laden ein. NRW-Chef Jürgen Rüttgers macht, etwas verspätet, im März Station in der Europahauptstadt.

Aus der Riege der wichtigen Länderchefs, die in EU-Fragen gern mitreden, fehlt eigentlich nur einer: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber. Ausgerechnet der Freistaat, der in Brüssel die wohl prächtigste EU-Repräsentanz überhaupt unterhält, schickt nur die rangniedrigere Europaministerin Emilia Müller zum Neujahrsempfang. Stoiber selbst, so heißt es bedauernd aus der Staatskanzlei, habe "innenpolitische Verpflichtungen in München".

Im pompösen Brüsseler Bayern-Domizil, das der Volksmund "Schloss Neuwahnstein" getauft hat, bleibt Stoibers Arbeitszimmer wohl die meiste Zeit des neuen Jahres verwaist. Denn es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sich der CSU-Chef 2006 bei Europa-Terminen vertreten lässt. Während etwa der Hesse Koch die Frequenz seiner Brüssel-Besuche ständig erhöht und einen EU-Kommissar nach dem anderen kennen lernt, macht sich Stoiber auf dem europäischen Parkett rar. Hintergrund: Nach dem unrühmlichen Rückzug des Bayern aus der Bundespolitik schlägt der politische Bedeutungsverlust Stoibers bis nach Brüssel durch.

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