Stolpe klar gegen eine Geschwindigkeitsregelung
Tempolimit auf Autobahnen wieder auf der Agenda

Als Reaktion auf die anhaltend hohen Öl- und Benzinpreise ist die Diskussion um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen wieder voll entflammt.

HB HAMBURG. Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich halte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen von 130 km/h auch in Deutschland für sinnvoll.“ Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) bekräftigte dagegen seine Ablehnung eines generellen Tempolimits.

Von Weizsäcker sagte, andere Länder machten vor, dass ein Tempolimit funktioniere. Auch Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele sagte, „die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen sollte auf maximal 130 km/h festgesetzt werden“. Ähnlich äußerte sich der CSU- Bundestagsabgeordnete Josef Göppel. Der Umweltminister der CDU- geführten saarländischen Landesregierung, Stefan Mörsdorf (parteilos), erklärte, eine Diskussion über ein Tempolimit sei so sicher wie das Amen in der Kirche.

Eine Sprecherin Stolpes sagte dagegen am Sonntag in Berlin, es werde weiter Geschwindigkeitsbeschränkungen etwa an Baustellen und auf Problemstrecken geben. „Ein generelles Tempolimit von 130 ist aber nicht geplant.“ Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) wies die Forderung nach einem generellen Tempolimit zurück. Damit lenke die Politik nur von ihrer Konzeptlosigkeit in der Verkehrspolitik ab. Längst liege die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen unter 120 Stundenkilometern. Zudem bringe ein flächendeckendes Limit keine spürbare Kraftstoffersparnis.

Dagegen hält der Auto Club Europa (ACE) die Forderungen nach einem Tempolimit auf Autobahnen für „durchaus diskussionswürdig“. Der Sprecher des Clubs, Rainer Hillgärtner, sagte am Sonntag in Stuttgart: „Solche Überlegungen sollten nicht reflexartig mit einem Tabu belegt werden“. Nach den Worten Hillgärtners zeigen sämtliche Erhebungen, dass nach Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen die Unfallzahlen sinken und die Unfallfolgen weniger schlimm ausfallen.

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