Strahlender Abfall
Neuer Atomtransport rollt Richtung Deutschland

In Frankreich ist ein neuer Atomtransport in Richtung Deutschland gestartet. Nach den Massenprotesten beim Atommüll-Transport Anfang November nach Gorleben rechnet die Polizei an der Strecke zum Zwischenlager Nord mit weniger Widerstand.
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CADARACHE/SCHWERIN/LUBMIN. Fünf Wochen nach dem von Massenprotesten begleiteten Castortransport nach Gorleben rollt erneut ein Zug mit Atommüll von Frankreich nach Deutschland. Der Transport startete nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Dienstagabend im südfranzösischen Cadarache.

Er wird voraussichtlich am Donnerstag das bundeseigene Zwischenlager Nord bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern erreichen. In den Castoren befinden sich rund 2500 Brennstäbe aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff „Otto Hahn“, die jahrelang in einem französischen Kernforschungszentrum lagerten.

Der Atommülltransport zum Zwischenlager wird von einem großen Aufgebot der Polizei gesichert. Wegen der zu erwartenden Proteste seien rund 3000 Beamte aus den Ländern im Einsatz, davon 1200 aus Mecklenburg-Vorpommern, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag in Schwerin mit.

Etwa 1800 Polizisten werden von acht weiteren Bundesländern gestellt. Zudem begleite die Bundespolizei „in vierstelliger Zahl“ den Castor-Transport durch Deutschland, wie der Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, Joachim Franklin, sagte. In Gorleben sollen insgesamt rund 20 000 Polizeibeamte im Einsatz gewesen sein, um den Atommüll sicher ans Ziel zu bringen.

Zum Zeitplan und zur Route wollte sich der Minister mit Hinweis auf die Witterung und mögliche Behinderungen an der Strecke nicht äußern. „Es geht Sicherheit vor Schnelligkeit. Schon deshalb gibt es keinen festen Zeitplan“, erklärte Caffier. Alle Veröffentlichungen dazu und zur Streckenführung seien Spekulation. Die Kosten für das Land werden auf 1,6 Millionen Euro geschätzt.

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