Stralsund
Überraschungsgast bei Bush-Besuch

George W. Bush in Stralsund: Der US-Präsident hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Auftakt seiner Stippvisite in Deutschland mit Lob überschüttet. Merkel sei "ein guter Freund" und voller "kühner Visionen". Mehr als 12 000 Polizisten sichern den Besuch. Kurzzeitig sorgte ein Überraschungsgast für Aufsehen.

HB STRALSUND. Erstmals in ihrer achtmonatigen Amtszeit wurde Merkel bei einem größeren offiziellen Termin von ihrem Ehemann Joachim Sauer begleitet. Gemeinsam mit Sauer stieg Merkel rund eine halbe Stunde vor der offiziellen Begrüßung von Bush aus ihrer Limousine und wurde vom Oberbürgermeister von Stralsund, Harald Lastovka, begrüßt. Der Chemieprofessor hatte selbst die Vereidigung Merkels Ende November nicht persönlich auf der Bundestagstribüne verfolgt.

Bush und Merkel nahmen sich in Stralsund zunächst etwa fünf Minuten Zeit, um einige der rund 1000 ausgewählten Besucher zu begrüßen. Der Präsident schüttelte die Hände der Menschen und sprach mit ihnen. Er schrieb sogar Autogramme auf amerikanische Fähnchen. Als er auf die Bühne trat, wurde er mit lautem Beifall begrüßt.

"Laura und ich fühlen uns hier sehr willkommen in Stralsund", erklärte Bush in seiner kurzen Ansprache. Auf Deutsch sagte er dann "Guten Morgen". Bush bedankte sich bei Merkel für die Einladung in ihren Wahlkreis an der Ostseeküste.

Der Präsident würdigte Deutschland als wichtigen Partner der USA. Die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik könnten gemeinsam Frieden bewahren und voranbringen. "Wir können viel erreichen, wenn Amerika und Deutschland Seite an Seite stehen." Die USA und Deutschland hätten gemeinsame Werte und gemeinsame Interessen. Bush würdigte Merkel als „guten Freund“ sowie als Regierungschefin mit „kühnen Visionen“ und einem „Herz voller Demut“.

Unter dem Beifall ausgesuchter Gäste begrüßte Merkel Bush mit den Worten: „Herzlich willkommen, lieber George Bush.“ Merkel dankte Bush für die Hilfe der USA bei der Wiedervereinigung Deutschlands. „Wir wissen, dass wir den Vereinigten Staaten viel zu verdanken haben, dass wir in Frieden und Freiheit gemeinsam heute in einem Land leben können.“

Der US-Präsident an der Ostsee

Der Präsident und seine Frau Laura trugen sich in das Goldene Buch der Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern ein. Bush und Merkel zogen sich anschließend zu einem Gespräch zurück. Dabei dürfte es auch um die sich dramatisch verschärfende Situation im Nahen Osten nach den massiven Militäroffensiven Israels im Libanon und im Gaza-Streifen gehen.

Der US-Präsident war mit einem Hubschrauber aus Heiligendamm, wo er mit seiner Frau übernachtete, nach Stralsund geflogen. Unmittelbar vor Beginn des offiziellen Programms kam es zu ersten Protestaktionen. Die Umweltorganisation Greenpeace spannte ein Protestplakat am Verbindungsdamm zur Insel Rügen. Auf dem zehn mal zehn Meter großen Plakat steht ihr Slogan "No Nukes, No War, No Bush".

Am Abend wird Bush bei einem Grillfest in Trinwillershagen auf DDR-Zeitzeugen treffen. Rund 12  000 Polizisten sind bei dem insgesamt 36-stündigen Besuch Bushs in Merkels Heimat im Einsatz.

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