Strategiepapier: Ministerium will Extra-Honorare für Ärzte

Strategiepapier
Ministerium will Extra-Honorare für Ärzte

Das Gesundheitsministerium will laut Medienberichten Ärzten ein Zusatzeinkommen verschaffen. Sie sollen etwa Präventionskurse vermitteln dürfen - gegen Extra-Honorare. Die Union kritisiert die Vorschläge.
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BerlinIm FDP-geführten Bundesgesundheitsministerium gibt es nach einem Zeitungsbericht Überlegungen, Ärzten ein Zusatzeinkommen zu verschaffen. Das gehe aus dem Konzept des Ministeriums für eine Präventionsstrategie hervor, berichtet die „Berliner Zeitung“ (Samstag), der das Papier vorliegt. Darin werde unter anderem vorgeschlagen, dass Mediziner Patienten künftig über Präventionskurse beraten und derartige Angebote auch vermitteln sollen - gegen eine Extra-Honorierung. Dabei handele es sich zum Beispiel um Rückenschulen, Nordic-Walking- oder auch Yoga-Kurse. In der Union stießen die Vorschläge dem Bericht zufolge auf Kritik.

Ein Ministeriumssprecher sagte auf Nachfrage lediglich, das Konzept werde gerade erarbeitet, darüber werde in der Koalition noch beraten. „Prävention ist vielgestaltig, hat viele Themen und viele Träger. Es ist grundsätzlich sinnvoll, Ärzte in Präventionsmaßnahmen einzubinden.“ Unionskreise zitierte die Zeitung mit der Kritik, das Ministeriumskonzept sei sehr „ärztelastig“. Es sei unnötig, den Ärzten mehr Geld zu geben. Nach Informationen des Blattes setzt die Union bei ihrem Konzept im Gegensatz zur FDP auf ein neues Gremium, um die Prävention zu fördern. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johannes Singhammer (CSU) sagte, in einem Nationalen Rat für Prävention und Gesundheitsförderung sollten Vertreter des Bundes, der Länder, von Kommunen, Kassen, Ärzten und Arbeitgebern gemeinsam Ziele definieren und eine Strategie zur Umsetzung entwickeln.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Leider werden in unserem Land immer nur die Lobbyisten bedient! Warum sollen Ärzte dieses Geld erhalten und nicht die Personengruppe, die für viel Geld Fortbildungen besucht, um sich auf dem Gebiet der Prävention zu professionalisieren? Physiotherapeuten bieten diese Kurse zum Schluss für einen Stundenlohn von 14 Euro an. Die hätten das Geld eher verdient!

  • Eins muss man der FDP lassen. Sie verteidigt nicht nur das Menschenrecht auf Steuerhinterziehung, sie kümmert sich auch intensiv um die Ärmsten der Armen.

    Aber für den Absturz von 15 Prozent auf unter 3 Prozent muss man sich ja auch was einfallen lassen.

  • @Hr. Staack
    Sie haben in allen Punkten recht. Vielleicht sollten sich die GK-Versicherten über Facebook oder einer anderen Plattform zusammenschließen und so ihren Rechten Gehör verschaffen.

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