Strategiepapier
Subventionen für grüne Energie explodieren

Einem vertraulichen Strategiepapier des Bundesumweltministeriums zufolge schnellen derzeit die Kosten für Erneuerbare Energien in die Höhe.
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BerlinDie Subventionen für die erneuerbaren Energien steigen in den nächsten Jahren wesentlich stärker an, als bisher angenommen. Laut einem vertraulichen Strategiepapier aus dem Bundesumweltministerium werden für alle bis heute installierten EEG-Anlagen in Deutschland bis zu ihrem Ausscheiden spätestens 2031 Subventionen in Höhe von 150 Milliarden Euro anfallen. Davon entfallen auf die Solarindustrie 85 Milliarden Euro. EEG-Anlagen, die 2012 gebaut wurde, sind in diese Berechnungen noch nicht eingerechnet.

Das Papier liegt dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vor. Bislang ging die Bundesregierung von Förderkosten in Höhe von knapp 100 Milliarden Euro aus
Besorgniserregend ist laut den Experten im Bundesumweltministerium der niedrige Börsenstrompreis. Alle Studien seien bisher von langfristig steigenden Börsenstrompreisen ausgegangen, heißt es in dem Papier. Sollte sich der Trend sinkender Börsenstrompreise fortsetzen, würde die Subventionen sogar auf 190 Milliarden Euro steigen, so die Prognose.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Strategiepapier: Subventionen für grüne Energie explodieren"

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  • @iSolar - Sie werfen leider wie alle Vertreter der Wind- und Sonnenlobby fleißig mit Nebelkerzen um sich!
    Für den Verbraucher ist es völlig wurst, ob es Subventionen oder "Umlagen" sind - sein Geld ist erstmal weg, umverteilt!
    Das zweite Ammenmärchen, das Geld komme den dezentralen Energieerzeugern zugute: Die ersten 12-15 Jahre kommt das Geld den Herstellern und den finanzierenden Banken zugute - der Erzeuger bekommt von diesen nur ein Almosen einer "Rendite". Erst danach hat er die Hoffnung auf einen Erlös - wenn seine Anlage dann noch funktioniert, wenn die Hersteller nicht pleite gegangen sind, wenn der Staat nicht endlich die Subventionen gekappt hat.
    Ansonsten ist schon mehrfach dargelegt und nie widersprochen, dass die "Erneuerbaren" das Netz destabilisiereun und maximal 0,1% zur Sicherstellung der Stromversorgung beitragen.

  • Die EEG-Umlage spiegelt nicht die wirklichen Kosten wieder. Der technische Wert einer KWh Solarstrom liegt weit unter der konventioneller Erzeugung. Das liegt daran, dass die Einspeisung in ein stabiles Netz erfolgt. Die EE leisten keinerlei Beitrag zur Belastungsindikation (dass die Netzfrequenz die Belastung anzeigt wird von Synchrongeneratoren gemacht), keinen Beitrag zur Leistungs- oder Spannungsregelung. Der Wirkungsgrad der ausgleichenden Kraftwerke sinkt. Gerechnet wird ferner, was eingespeist wird, nicht was beim Verbraucher ankommt. Zur Höchstlastzeit am Winterabend leitet PV nichts, d.h. der Kraftwerkspark kann nicht verringert werden. Die Netzkosten steigen, weil auch beim Eigenverbrauch alle Fluktuationen des Verbrauchs ausgeglichen werden müssen und die der EE noch dazukommen. Bei grossem Aufkommen von Solarstrom muss soviel davon exportiert werden, dass eine Mindesterzeugung des konvetionellen Kraftwerksparks gewährleistet ist, anders ist keine Netzstabilisierung möglich. PV ist nur ein Additiv dessen Störungen ausgeregelt werden müssen. Ein Übergang auf eine andere Energie"versorgung" findet nicht statt, die technische Realität steht dagegen.

  • Wahnsinn! 150-190 Mrd. Euro Subventionen bis 2031 für alle bis Ende 2011 installierten EEG-Anlagen. Toll!

    Liebes Handelsblatt, erstens handelt es sich bei der EEG-Umlage nicht um Subventionen (es sind keine öffentlichen Kassen an den Zahlungen beteiligt oder involviert!), zweitens ist nicht bspw. die Solarindustrie Profiteur der Umlagefinanzierung (!), sondern der (meist dezentrale) Energieerzeuger, der lediglich die erzeugte kWh vergütet bekommt und nicht die Anlage selbst. Drittens erzeugen jene EEG-Anlagen bereits mehr als 20 Prozent der deutschen Elektrizität (mit deutlich steigender Tendenz), häufig in Zeiten großer Nachfrage und zugleich netzentlastend. Wieso sinken konventionelle Preisbestandteile dann nicht, wenn weniger Kohle oder Uranbrennstoff nachgefragt wird und die Netzkosten durch dezentrale Erzeugung nachweislich zurückgehen? Und wie teuer wäre der Strom eigentlich, wenn jene 20 Prozent heute noch immer fossil-nuklear erzeugt würden? Brennstoffe werden im Gegensatz zu Technik laufend teurer! Technik hingegen wird billiger (Massenprodukion, Lernkurven). Viertens: Es sind ja gerade die EEG-vergüteten Anlagen, die den Börsenstrompreis (zum Glück!) sinken lassen - besonders in Spitzenlastzeiten! Das zeigt doch nur, dass das konventionelle brennstoff- und großkraftwerkbasierte Strombörsenmodell nicht mehr funktioniert und sich ergo das Alte sukzessive dem Neuen unterzuordnen hat. Was sowohl im öffentlichen Interesse als auch im Interesse der lokalen und regionalen Wertschöpfer liegen muss.

    Können das die Wirtschaftspresseredakteure intellektuell nicht nachvollziehen? Oder wollen sie das nicht?

    Oliver Schumacher

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