Strategiepapier

Subventionen für grüne Energie explodieren

Einem vertraulichen Strategiepapier des Bundesumweltministeriums zufolge schnellen derzeit die Kosten für Erneuerbare Energien in die Höhe.
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Die Subventionen für die erneuerbaren Energien steigen stark an. Quelle: dapd

Die Subventionen für die erneuerbaren Energien steigen stark an.

(Foto: dapd)

BerlinDie Subventionen für die erneuerbaren Energien steigen in den nächsten Jahren wesentlich stärker an, als bisher angenommen. Laut einem vertraulichen Strategiepapier aus dem Bundesumweltministerium werden für alle bis heute installierten EEG-Anlagen in Deutschland bis zu ihrem Ausscheiden spätestens 2031 Subventionen in Höhe von 150 Milliarden Euro anfallen. Davon entfallen auf die Solarindustrie 85 Milliarden Euro. EEG-Anlagen, die 2012 gebaut wurde, sind in diese Berechnungen noch nicht eingerechnet.

Das Papier liegt dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vor. Bislang ging die Bundesregierung von Förderkosten in Höhe von knapp 100 Milliarden Euro aus
Besorgniserregend ist laut den Experten im Bundesumweltministerium der niedrige Börsenstrompreis. Alle Studien seien bisher von langfristig steigenden Börsenstrompreisen ausgegangen, heißt es in dem Papier. Sollte sich der Trend sinkender Börsenstrompreise fortsetzen, würde die Subventionen sogar auf 190 Milliarden Euro steigen, so die Prognose.

  • sig
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12 Kommentare zu "Strategiepapier: Subventionen für grüne Energie explodieren"

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  • @iSolar - Sie werfen leider wie alle Vertreter der Wind- und Sonnenlobby fleißig mit Nebelkerzen um sich!
    Für den Verbraucher ist es völlig wurst, ob es Subventionen oder "Umlagen" sind - sein Geld ist erstmal weg, umverteilt!
    Das zweite Ammenmärchen, das Geld komme den dezentralen Energieerzeugern zugute: Die ersten 12-15 Jahre kommt das Geld den Herstellern und den finanzierenden Banken zugute - der Erzeuger bekommt von diesen nur ein Almosen einer "Rendite". Erst danach hat er die Hoffnung auf einen Erlös - wenn seine Anlage dann noch funktioniert, wenn die Hersteller nicht pleite gegangen sind, wenn der Staat nicht endlich die Subventionen gekappt hat.
    Ansonsten ist schon mehrfach dargelegt und nie widersprochen, dass die "Erneuerbaren" das Netz destabilisiereun und maximal 0,1% zur Sicherstellung der Stromversorgung beitragen.

  • Die EEG-Umlage spiegelt nicht die wirklichen Kosten wieder. Der technische Wert einer KWh Solarstrom liegt weit unter der konventioneller Erzeugung. Das liegt daran, dass die Einspeisung in ein stabiles Netz erfolgt. Die EE leisten keinerlei Beitrag zur Belastungsindikation (dass die Netzfrequenz die Belastung anzeigt wird von Synchrongeneratoren gemacht), keinen Beitrag zur Leistungs- oder Spannungsregelung. Der Wirkungsgrad der ausgleichenden Kraftwerke sinkt. Gerechnet wird ferner, was eingespeist wird, nicht was beim Verbraucher ankommt. Zur Höchstlastzeit am Winterabend leitet PV nichts, d.h. der Kraftwerkspark kann nicht verringert werden. Die Netzkosten steigen, weil auch beim Eigenverbrauch alle Fluktuationen des Verbrauchs ausgeglichen werden müssen und die der EE noch dazukommen. Bei grossem Aufkommen von Solarstrom muss soviel davon exportiert werden, dass eine Mindesterzeugung des konvetionellen Kraftwerksparks gewährleistet ist, anders ist keine Netzstabilisierung möglich. PV ist nur ein Additiv dessen Störungen ausgeregelt werden müssen. Ein Übergang auf eine andere Energie"versorgung" findet nicht statt, die technische Realität steht dagegen.

  • Wahnsinn! 150-190 Mrd. Euro Subventionen bis 2031 für alle bis Ende 2011 installierten EEG-Anlagen. Toll!

    Liebes Handelsblatt, erstens handelt es sich bei der EEG-Umlage nicht um Subventionen (es sind keine öffentlichen Kassen an den Zahlungen beteiligt oder involviert!), zweitens ist nicht bspw. die Solarindustrie Profiteur der Umlagefinanzierung (!), sondern der (meist dezentrale) Energieerzeuger, der lediglich die erzeugte kWh vergütet bekommt und nicht die Anlage selbst. Drittens erzeugen jene EEG-Anlagen bereits mehr als 20 Prozent der deutschen Elektrizität (mit deutlich steigender Tendenz), häufig in Zeiten großer Nachfrage und zugleich netzentlastend. Wieso sinken konventionelle Preisbestandteile dann nicht, wenn weniger Kohle oder Uranbrennstoff nachgefragt wird und die Netzkosten durch dezentrale Erzeugung nachweislich zurückgehen? Und wie teuer wäre der Strom eigentlich, wenn jene 20 Prozent heute noch immer fossil-nuklear erzeugt würden? Brennstoffe werden im Gegensatz zu Technik laufend teurer! Technik hingegen wird billiger (Massenprodukion, Lernkurven). Viertens: Es sind ja gerade die EEG-vergüteten Anlagen, die den Börsenstrompreis (zum Glück!) sinken lassen - besonders in Spitzenlastzeiten! Das zeigt doch nur, dass das konventionelle brennstoff- und großkraftwerkbasierte Strombörsenmodell nicht mehr funktioniert und sich ergo das Alte sukzessive dem Neuen unterzuordnen hat. Was sowohl im öffentlichen Interesse als auch im Interesse der lokalen und regionalen Wertschöpfer liegen muss.

    Können das die Wirtschaftspresseredakteure intellektuell nicht nachvollziehen? Oder wollen sie das nicht?

    Oliver Schumacher

  • Die Mythenbildung war immer schon ein Herrschaftsinstrument. Eine der letzten großen ist die Moritat von der „ungelösten Endlagerfrage“. Als die Partei Bündnis 90/Die Grünen in ihrer Verkörperung des Umweltministers Trittin ein Gesetz erfanden, in dem die Wiederaufbereitung explizit verboten wurde (§ 7 (1) des Atomgesetzes), war die „Unlösbarkeit“ der Atomfrage erschaffen. Durch die Hysterie von Rot/Grün („Plutoniumfabrik“ in Hanau) ist dieser Vorteil verspielt worden, wird dafür aber überall in der Welt dankend weiterverwendet. Neuerdings auch großtechnisch in Japan. Ein Anhaltspunkt, wie groß der technische Fortschritt in Deutschland auf diesem Gebiet einmal war, bis der „Taxifahrer“ Fischer seinen Hass auf das System als Umweltminister in Hessen auszuleben begann. Das war die Geburtsstunde der „Endlagerproblematik“, die dann von Trittin/Schröder/Fischer mit der Neufassung des „Atomgesetzes“ und dem darin enthaltenen Verbot der Wiederaufbereitung und der „Konditionierung der Brennelemente“ in Gorleben und deren Endlagerung vollendet wurde. In den ehemals 17 Deutschen Kernkraftwerken fielen jährlich jeweils etwa 15 – 25to abgebrannter Brennstoff an. Vergleichsweise entspricht dies jeweils der Energiemenge von 2 - 4.4 Mio. t Kohle, bzw. 400.000 t giftiger Asche und Filterstäube als Rückstände der Verbrennung. Atommüll lässt sich nach einer 3 jährigen Zwischenlagerung zum Abklingen der Strahlung, durch Recycling (Wiederaufbereitung) des noch im Abfall enthaltenen Brennstoffs auf 1/20 reduzieren. Die verbleibenden Reststoffe sind gleichfalls nutzbar. Die restlichen langlebigen, strahlenden Isotope ließen sich durch Mutation in nichtradioaktive Stoffe verwandeln, womit sich der sog. hochradioaktive Atommüll restlos beseitigen ließe. Das Verfahren ist längst bekannt und im belgischen Mol wird nun endlich die erste Anlage gebaut.
    So eine Transmutationsanlage ist teuer, aber im vergleich zu den erneuerbaren Energien - ein echtes Schnäppchen.

  • Hier nur eine kleine Realität aus Sicht der Wirtschaft:

    Auf der Investitionsseite setzt RWE- Chef Peter Terium darauf, erneuerbare Energien aufzubauen. Fossile Kraftwerke werden nur noch zu Ende gebaut. Die RWE hat das Spezialschiff "Victoria Mathias" gekauft, um Offshore-Windparks auf hoher See zu installieren. Peter Terium bezeichnet Offshore-Windparks als "festen Bestandteil" der künftigen Energieversorgung. Hintergrund ist u.a. die Deutsche Bahn. Herr Gruber Chef der DB hat Verträge geschlossen, nach denen bis 2020 die RWE Strom zu 35% aus erneuerbaren Energien zu liefern hat.
    Von neuen Atomgeschäften in seinem Heimatland ist Terium auch nicht überzeugt.
    … Dazu kämen hohe Vorlaufkosten von 250 Millionen Euro ohne die Rechtssicherheit, dass letztlich auch gebaut werden könnte. Politisch weht der Wind momentan gegen einen Bau. Bis ein KKW dann stehe, müssten sechs Milliarden Euro ausgegeben werden. Das ist Terium zu viel.

    Peter Terium Chef der RWE sagt zu Atomstrom hier im HB für ihn fehlen die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Der Strompreis müsste jenseits von 100 Euro liegen, damit sich ein Kernkraftwerk lohne, also mehr als verdoppeln.

    Dem Manager-Magazin sagte er: "Bei der Photovoltaik durchlaufen wir gerade eine Phase der Neubewertung.“ Die Preise für die Module seien in einem Maße gesunken, das RWE nicht für möglich gehalten habe. "Es wäre also unklug, wenn wir uns diesem Thema nicht widmen würden."
    usw, usw,...

  • Hallo Babsack...Die genannten 160 Mrd. € sind lediglich die bereits heute gesetzlich garantierten Subventionszahlungen für die installierten umweltschädlichen Windmühlen und Solarzellen. Die ab diesem Augenblick hinzugefügten Anlagen kommen hinzu. Auch die Kosten des Netzausbaus, ca. 60 Mrd. € auf allen Ebenen, sind in dieser Summe nicht enthalten. Es ist eine Schönrechnung.

    Der materielle Schaden durch die Stillegung der umweltfreundlichen Kernkraftwerke beträgt max. 60 Mrd. € Ertragswert. Grösser ist der nicht-materielle Schaden der durch den Ausstieg aus der Zukunftstechnik zur Energieerzeugung schlechthin entsteht.

    Am Bedeutsamsten ist sicherlich die völlige Abwendung des Landes von den Naturwissenschaften hin zu einem dumpfen Vorzeitlichen, ökoreligiösen Glauben. Berufsfremde "Atomspezialisten" verbreiten auf allen Medien religiöse Phantasien wie "Die Strahlenhölle von Fukushima", "Die Todgeweihten von Fukushima" (vorraussichtlich wird der Radioaktivität bei diesen Reaktorunfällen niemand zum Opfer fallen). Die sehr simple Oekolegende von der "Ungelösten Endlagerfrage" ist die populärste Legende der Oekoreligion erfolgreicher als die der "CO2 Klimahölle".

    Religiös korrekt sind lediglich vorindustrielle Energieerzeugungsverfahren wie die Verbrennung von Lebensmitteln (Bioenergie) und Wind.

    Dies kommt die Gesellschaft viel teurer als die Stilllegung einiger Kernkraftwerke.

    Vandale

  • Wenn man die Grundannahmen und die Rechnung entsprechend "kreativ" gestaltet, kann man losgelöst von der Realität jedes gewünschte Ergebnis erhalten. Das jünste Beispiel hierfür ist das zukünftige Verhältnis von Angebot zu Bedarf bei Akademikern. Ein Wirtschaftsinstitut ermittelt hier einen erheblichen Akademikermandel, ein anderes einen großen Akademikerüberschuß. Ist halt alles eine Frage der Annahmen und der Rechnung. Nach diesen Annahmen wurde hier übrigens erst gefragt, als die Diskrepanz der Ergebnisse in den Medien diskutiert wurde. Das vermisse ich bei der Rechnung zu den Kosten der erneuerbaren Ernergien leider bis jetzt.
    Und nun noch ein Wort zu den Börsenpreisen. Da diese in den letzten Jahren gesunken sind, wären Preiserhöhungen mindestens in den letzten 3 Jahren nicht notwendig gewesen, wenn man diese denn an die Privatkunden weiter gegeben hätte. Das man dies nicht getan hat liegt vor allem daran, daß vier Monopolkonzerne den deutschen Strommark unter sich aufgeteilt haben. In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, daß die Strompreise schon die höchsten in ganz Europa waren, als die erneuerbaren Energien noch überhaupt keine Rolle spielten.
    Auch wurde bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt, daß das deutsche EEG keinen Inflationsausgleich vorsieht. Die Vergütung von installierten Anlagen sinkt als kontinuierlich entsprechend der Inflationshöhe. Eine Miliiarde Euro besitz im Jahr 2030 mit Sicherheit nur noch einen Bruchteil ihres heutigen Wertes. Dies gilt insbesondere wenn man sich das Geldmengenwachstum seit dem Jahr 2008 ansieht. Das wird früher oder später zu einer erheblichen Inflation führen, und daß mit Sicherheit nicht erst in 10 oder 20 Jahren. Dann werden wir uns über den billigen Ökostrom der Bestandsanlagen freuen. Die Ökoinvestoren werden dann zwar die Dummen sein, aber als Verbrauer freut es einen, und zwar um so mehr je mehr Leistung jetzt installiert wird.

  • Das sind pro deutschen lumpige 8,125 per Monat. Da braucht man nur mal 100 km weniger auto zu fahren hat man das schon raus. Den Strahlenden Schrott wird man in 1000 jahren nicht los. Die Politische und Wirtschaftliche unabhängigkeit darf man auch mal berücksichtigen. Aber klar wir verheizen ja lieber kohle. Ein Vorteil bleibt dabei auch noch unbeachtet, diese Kohle geht auch in der Regel weniger an die grosskonzerne als mehr zum kleinen und mitteren, womit auch die umverteilung richtung grosskapital gebremmt wird. kann auch nicht schade.

  • Das sind gerade 7,8 Milliarden im Jahr.Wo ist das Problem?
    Rechnet lieber mal aus was uns die Atomkraft und ihre Hinterlassenschaft bis 2031 kosten wird!

  • Gegenüber der Wirtschaftsweise unserer internationalen Bank-Elite sind die 190 Mrd. Euro bis 2031 tatsächlich die viel besprochenen Peanuts. Den halben Betrag davon braucht Spanien ab sofort eigentlich rückwirkend in diesem Jahr- und Italien hat bestimmt noch nicht richtig nachgerechnet, da wird in absehbarer Zeit auch noch richtig Geld fließen. Und in Deutschland ist ja auch noch nicht aller Tage Abend- mal sehen, wenn die Hypo Billanz zieht...

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