Strauss-Kahn-Nachfolge
SPD-Linke will Steinbrück als IWF-Chef

Die SPD-Linke will Peer Steinbrück, den ehemaligen Bundesfinanzminister der Großen Koalition, zum Hüter des Internationalen Währungsfonds küren.
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DüsseldorfIn der Debatte über einen Nachfolger an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die SPD-Linken den früheren Finanzminister Peer Steinbrück vorgeschlagen. Steinbrück habe seine fachliche Kompetenz in der Finanz- und Wirtschaftskrise bewiesen und verfüge über internationale Erfahrung mit Kenntnis der politischen Strukturen und Entscheider. "Eine Aufgabe jedes neuen Direktors wird es sicher sein, grundsätzliche Reform von IWF und Weltbank anzugehen, und Peer Steinbrück hätte dafür das Format", sagte der Vize-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Sieling, Handelsblatt Online.

Sieling warb dafür, den IWF-Chefposten rasch zu besetzen, damit die Akzeptanz der Institution keinen Schaden nehme. "Da die Folgen und Konsequenzen der Finanzkrise mit den Regulierungsanforderungen und den Staatsschuldenkrisen vor allem für Europa Auswirkungen haben, wäre eine Nachfolge aus den Ländern unseres Kontinents ausgesprochen wünschenswert", sagte er. Gleichwohl gestand der SPD-Politiker den Schwellenländern, die ebenfalls auf Anspruch auf den Spitzenposten erheben, künftig mehr Mitsprache zu. "Perspektivisch werden wir Europäer uns darauf einrichten müssen, IWF und Weltbank keine amerikanischen und europäischen Erbhöfe sind", sagte Sieling und fügte hinzu: "China, Brasilien und andere Länder gewinnen auch für die internationalen Gremien an Gewicht und bieten zunehmend kompetente Fachleute."

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Strauss-Kahn-Nachfolge: SPD-Linke will Steinbrück als IWF-Chef"

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  • raffiniert, raffineirt, so hätten die Linken in der SPD ihren Feind gut entsorgt

  • Die SPD-Linke will Steinbrück als potentiellen Kanzlerkandidaten loswerden. Das ist schon alles.
    Als Kanzlerkandidat wäre er nicht schlecht, wenn er sich von diesen rückwärtsgewandten SPD-Wirtschaftspositionen lösen könnte. Aber der Zusammenbruch kommt sowieso...

  • Grundsätzlich möchte ich auch lieber einen Deutschen, als einen Franzosen (oder gar jüdischen Franzosen) an der Spitze des IWF.

    Aber Steinbrück ist nun wirklich völlig ungeeignet für diesen Job. Inkompetent. Völlig überschätzt. Seine einzige gute Leistung während der Finanzkrise war seine Aussage zur Garantie der Spareinlagen. Das hat die Menschen beruhigt und Panik verhindert. Sonst hat der Mann nur dummes Zeug geredet - und vor allem auch getan.
    Er hat von wirtschaftlichen Zusammenhängen KEINE Ahnung, redet aber mit einem dermaßen großen Selbstbewußtsein in die Fernsehkameras, daß man als Nichtlaie fast neidisch werden könnte.

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