Streik
Ärzte beginnen mit Patientenverlegung

Verschärfte Maßnahmen im Ärztestreik: Aus Protest gegen die harte Haltung der Arbeitgeber haben die Mediziner an der Universitätsklinik in Ulm mit der Verlegung von Patienten begonnen. In Heidelberg wird sogar ein komplette Räumung angestrebt.

HB ULM. Die Verlegung sei am Dienstagabend entschieden worden, sagte der Ulmer Ärztesprecher Frank Reuther. Eine komplette Räumung wie sie etwa in Heidelberg geplant ist, sei in Ulm laut Reuther jedoch nicht möglich, da es in der näheren Umgebung keine Krankenhäuser gebe, die das gleiche medizinische Spektrum wie die Uniklinik abdeckten. Auch in Tübingen und Freiburg wollen die Mediziner aus Baden-Württemberg in Vollversammlungen entscheiden, ob sie Patienten in andere Krankenhäuser verlegen.

Die rund 22 000 Ärzte an den Uni-Kliniken und Landeskrankenhäusern in mehreren Bundesländern legen seit Mitte März zeitweise die Arbeit nieder, um einen eigenen Tarifvertrag durchzusetzen. Nordrhein-Westfalen hat indes bekräftigt, im Tarifstreit der Uniklinikärzte ein Gespräch mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) zu suchen. Es werde aber keine separaten Tarifverhandlungen geben. „Das macht die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) für uns“, sagte eine Sprecherin des NRW-Finanzministeriums. Bei dem Gespräch zwischen dem Wissenschaftsministerium, dem Finanzministerium, den Unikliniken und dem Marburger Bund soll es um die Situation und die Zukunft der Unikliniken gehen.

Auch der Vorsitzende des Marburger Bunds, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich gegen separate Tarifabschlüsse der Klinikärzte in den einzelnen Bundesländern ausgesprochen. Im Hessischen Rundfunk warnte er, dann drohe ein „ganz verrückter Wettbewerb“, etwa wenn Bayern den Medizinern mehr bezahle, und Unikliniken in Greifswald und Göttingen das Nachsehen hätten.

In dem Interview von „hr-Info“ versuchte Montgomery zugleich Befürchtungen zu zerstreuen, die medizinische Versorgung bei der Fußball-Weltmeisterschaft sei durch den Streik der Ärzte an den Universitätskliniken gefährdet. Die Lage sei „nicht so dramatisch, denn die Ärzte streiken nur an 40 Kliniken von rund 2000 bundesweit, und daran kann die WM nicht kaputt gehen“, sagte er. Nach den bisher vorliegenden Plänen seien nur drei Uni-Kliniken in die Notfallpläne der FIFA eingebunden, nämlich Hamburg, Leipzig und München. Montgomery sieht nach eigenen Angaben nur leichte Probleme für Leipzig.

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