Warnstreik im Seehafen Rostock

Die IG Metall will noch einen weiteren Anlöauf für eine Einigung mit den Arbeitgebern machen.

(Foto: dpa)

Streiks im Tarifstreit vertagt IG Metall will zurück an den Verhandlungstisch

Die IG Metall will im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie den Verhandlungen eine neue Chance geben. Eine Entscheidung über die Ausweitung der Warnstreiks auf 24 Stunden wurde vorerst zurückgestellt.
Update: 26.01.2018 - 14:31 Uhr Kommentieren

FrankfurtIm Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall einen neuen Anlauf für eine Einigung mit den Arbeitgebern machen. Der Vorstand der Gewerkschaft stellte am Freitag die Entscheidung für eine Ausweitung der Streiks auf die Dauer von 24 Stunden zunächst zurück.

Werde bis Samstagmittag keine Einigung erzielt, sei der Vorstand auf eine Ausweitung der Auseinandersetzung vorbereitet, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann in Frankfurt.

Nach bundesweiten Warnstreiks mit mehr als 930.000 Teilnehmern stand der Tarifkonflikt in der Branche mit rund 3,9 Millionen Beschäftigten kurz vor der Eskalation. Am späten Mittwochabend war in Böblingen die vierte Runde für den möglichen Pilotbezirk Baden-Württemberg ergebnislos abgebrochen worden, nachdem es zuvor lange nach einem Kompromiss ausgesehen hatte.

Am Donnerstag hatte die Gewerkschaft in sämtlichen regionalen Tarifkommissionen über den Einsatz der neuartigen 24-Stunden-Warnstreiks beraten.

Den Tagesstreiks müsste keine förmliche Urabstimmung vorausgehen, allerdings will die IG Metall im konkreten Fall ihre Mitglieder in dem zu bestreikenden Betrieb vorab befragen. Die Unternehmen wählt der Vorstand auf Vorschlag der Bezirke aus, die jeweils Listen mit Dutzenden Betrieben vorbereitet haben.

Im Gegensatz zu den bislang eingesetzten stundenweisen Warnstreiks könnten damit größere Produktionsausfälle in gut laufenden Branchen wie Auto oder Maschinenbau entstehen. Außerdem sollen die Teilnehmer der Tagesstreiks ihren Lohnausfall ersetzt bekommen.

Am späten Mittwochabend hatten die Tarifparteien die vierte Südwest-Verhandlungsrunde in Böblingen überraschend abgebrochen und sich gegenseitig dafür verantwortlich gemacht. Die jeweils andere Seite habe bereits erreichte Zwischenergebnisse wieder zurückgezogen, lauteten die Vorwürfe.

Im Zentrum des Konflikts steht die Forderung der IG Metall, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter oder Eltern junger Kinder sollen dabei noch einen Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber strikt ablehnen. Sie verlangen zudem, das jetzige Arbeitsvolumen mindestens zu erhalten.

Der Chef des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf, warnte die Gewerkschaft vor einer Eskalation. „Eine Streikwelle in der Art, wie die IG Metall sie plant, ist aus meiner Sicht destruktiv, sie ist nicht hilfreich“, sagte Wolf der Deutschen Presse-Agentur. Er schloss nicht aus, dass die Arbeitgeber gegen mögliche Streiks „massiv juristisch“ vorgehen. Es werde genau überlegt, ob gegen Streiks geklagt und Schadenersatz geltend gemacht werde.

Dies werde dann analysiert, wenn die entsprechenden Beschlüsse der Gewerkschaft vorliegen. Die IG Metall fahre ein „sehr hohes Risiko“. Wolf bekräftigte die Ansicht der Arbeitgeber, dass Teile der IG-Metall-Forderungen rechtswidrig und diskriminierend seien.

Über eine Erhöhung der Entgelte wurde noch gar nicht verhandelt. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um sechs Prozent, die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent.

Vorerst keine Streiks: IG Metall will neue Verhandlungen

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