Streit bei den Grünen
Künast mögliche Spitzenkandidatin für Bundestagswahl

Im Streit der Grünen um die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 hat Renate Künast indirekt eine eigene Kandidatur ins Spiel gebracht. Auch Jürgen Trittin und Claudia Roth stehen als Kandidaten zur Debatte.
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Berlin"Wir sollten die 'Reset-Taste' drücken und ruhig und rational überlegen, mit wem an welcher Stelle wir das Ziel Schwarz-Gelb abzulösen am besten erreichen", sagte Renate Künast im Interview mit dem Handelsblatt.

Das zielt auf die beiden Namen, die bisher im Spiel sind: Co-Fraktionschef Jürgen Trittin gilt als gesetzt, hat sich aber bislang nicht geäußert. Parteichefin Claudia Roth hat Anspruch auf eine Spitzenkandidatur angemeldet. Beide stehen jedoch für den linken Flügel, monieren Kritiker des anderen Flügels, der "Realos", dem auch Künast angehört. Die Partei hatte beschlossen, dass sie mit einem Spitzen-Duo in den Wahlkampf ziehen will. Sollte es mehr als zwei Bewerber geben, soll eine Urwahl entscheiden. 

Daneben wies Künast Avancen der Union zurück. Dass Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister neuerdings für die Zeit nach der Landtagswahl im Januar 2013 auch mit schwarz-grün liebäugelt, zeige nur: "Auch McAllister glaubt, dass es eine rot-grüne Mehrheit  geben wird", sagte sie. Es sei richtig gewesen, Schwarz-Grün in Hamburg auszuprobieren, nun kämpfe man jedoch für Rot-Grün. Zugleich schloss sie jedoch Koalitionen mit der CDU nicht aus. "Wir sind eine eigenständige Partei, deren Kernwählerschaft die gemeinwohlorientierte Mittelschicht ist", so Künast. Grün sei längst zu einer "eigenen politischen Wertefamilie" geworden. "Bei ausreichender Mehrheit geht das noch immer am ehesten mit der SPD."

Mit Blick auf die Energiewende kritisierte Künast die Produktion von Autos in Deutschland, die dann "23 Stunden am Tag ungenutzt auf dem Parkplatz stehen". Das mache wegen des hohen Energie- und Ressourcenverbrauches keinen Sinn. "Die Automobilkonzerne müssen ihre Palette erweitern und Mobilitätskonzepte anbieten", forderte Künast.  Die Zukunft liege im car-to-go, dem flexiblen Leihauto. "Junge Leute in Städten haben schon heute kein Auto mehr. Ihnen geht es um Bewegung nicht um Statussymbole."

Daneben sprach sich Künast für ein Verbot von Heizpilzen aus: "Es gibt diverse Kommunen, die Heizpilze verbieten." Die Grünen wollten ab Herbst 2013 in der Regierung "Ernst machen mit der Energiewende". Das werde "das Bewusstsein vieler Menschen ändern. "Auch den Zeitgeist muss man schubsen", fügte sie hinzu.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Ist doch egal wer da nun antritt …

    CDUSPDFDPCSUGRÜNELINKENPD
    Hauptsache
    Deutschfeindlich?
    Deutschlandfeindlich?
    Korrupt?
    Skrupellos?
    Null Ahnung?
    Am besten von nix?
    Islamfreundlich?
    Ohne Niveau?
    Verlogen?

    Dem geht

  • DagmarK
    genau so. Das sehe ich absolut so wi Sie.
    Mich würde es nur freuen

  • Soll sie kandidieren, sie wird scheitern, genau wie in Berlin.

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