Streit bei Rot-Grün
Cap Anamur-Mitarbeiter kommen frei

Die drei in Italien festgenommenen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Cap Anamur kommen nach mehrtägigem Gewahrsam frei. Unterdessen wachsen allerdings die Zweifel an der Vorgehensweise der Hilfsorganisation.

HB BERLIN. Ein italienischer Richter habe Bierdel sowie den Kapitän und den Ersten Offizier des Rettungsschiffs „Cap Anamur“ freigelassen, sagte die Europa-Abgeordneten Luisa Morgantini beim Verlassen des Gefängnisses im sizilianischen Agrigento. Die drei Männer würden im Laufe des Tages auf freiem Fuß sein. Ihnen war Beihilfe zur illegalen Einreise vorgeworfen worden, wofür ihnen mehr als zehn Jahre Haft drohten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) begrüßte die Entscheidung des Richters. „Ich freue mich, dass die Untersuchungshaft vermieden werden konnte“, sagte Schröder in Heidenheim. Zugleich erklärte er, alle hätten ein Interesse an der Aufklärung der Umstände der Rettung.

Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck distanzierte sich von der Aktion, während die Hilfsorganisation selbst die Vorwürfe weitgehend zurückwies. „Das Unternehmen, was wir gestern gesehen haben, trägt nur noch usurpiert, nur noch geklaut, den Titel des alten Vereins. Das ist nicht das Unternehmen, was wir 1979 zur Rettung Tausender Flüchtlinge gegründet haben“, sagte Neudeck der Nachrichtenagentur Reuters.

Die ARD hatte zuvor von zahlreichen Widersprüchen während der Rettungaktion berichtet. So sei die Landung mit den Flüchtlingen tagelang hinausgezögert worden, damit Bierdel für einen medienwirksamen Auftritt noch rechtzeitig an Bord habe kommen können. Auch habe es bei der Besatzung Zweifel gegeben, ob es sich bei den Flüchtlingen tatsächlich um Sudanesen handelt.

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