Streit eskaliert
Ohrfeigen bei Wahlparty der Südwest-CDU

Beim Streit um die Nachfolge des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel (CDU) ist es am Sonntagabend zu einem Eklat gekommen.

HB STUTTGART. Teufels Staatsminister und enger Vertrauter Christoph Palmer habe den CDU-Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer am späten Sonntagabend während der Feier zur Wiederwahl des Stuttgarter Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster (CDU) nach einem heftigen Wortwechsel geohrfeigt, bestätigten Kreise der CDU Baden-Württemberg am Montag entsprechende Medienberichte. Bei dem Streit sei es um die in der CDU kontrovers diskutierte Frage der erneuten Kandidatur Teufels zur Landtagswahl 2006 gegangen. Pfeiffer hat sich intern für einen Verzicht Teufels ausgesprochen.

Ein Regierungssprecher wollte sich am Montag zu der Ohrfeige zunächst nicht äußern. In CDU-Parteikreisen hieß es, Palmer und Pfeiffer hätten sich noch in der Nacht wieder versöhnt und die Wahlparty nach drei Stunden gemeinsam verlassen.

Der seit 1991 amtierende Teufel ist zuletzt immer stärker unter Druck geraten, 2006 nicht mehr anzutreten. Nach der Jungen Union sprach sich am Sonntag auch die Frauen-Union in Baden-Württemberg für einen Generationswechsel an der Spitze des Landes aus. Als Teufels Nachfolger steht der Chef der CDU- Landtagsfraktion, Günther Oettinger, bereit. Teufel favorisiert aber Kultusministerin Annette Schavan. Der Ministerpräsident bekräftigte, er werde sich wie geplant bis Jahresende zu seiner politischen Zukunft äußern. Die SPD im Landtag forderte indes, Teufel solle sich noch in dieser Woche erklären. Die Diskussion lähme das Land.

Baden-Württembergs Staatsminister Christoph Palmer (CDU) muss sich aus Sicht der SPD-Opposition jedenfalls für seinen tätlichen Angriff auf den CDU-Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer öffentlich entschuldigen. „Dass ein amtierender Minister einen Bundestagsabgeordneten ohrfeigt und übel beschimpft, ist ein unglaublicher Skandal“, sagte der SPD-Landtagsfraktionschef Wolfgang Drexler am Montag in Stuttgart. Von Palmer gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Streit vom Sonntagabend.

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