Streit geht in die nächste Runde
Kaplan und Bund legen Berufung ein

Der als „Kalif von Köln“ bekannte Islamistenführer Metin Kaplan hat ebenso wie die Bundesrepublik Deutschland gegen die Entscheidungen des Kölner Verwaltungsgerichts Berufung eingelegt, das Kaplans Klage gegen den Widerruf des Asyls abgewiesen hatte.

HB KÖLN/MÜNSTER. Die Anträge Kaplans sowie der Bundesrepublik seien in zweiter Instanz beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingegangen, teilte das Gericht am Mittwoch in Münster mit. Am 27. August hatte das Verwaltungsgericht Köln zwar den Asylstatus des Islamisten Kaplan aufgehoben, aber eine Abschiebung untersagt. Nach Auffassung der Kölner Richter droht ihm in der Türkei ein nicht rechtsstaatliches Strafverfahren.

Gegen das Urteil der Kölner Richter habe der Islamistenführer wegen des Asyl-Widerrufes einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt (Aktenzeichen: acht A 3766/03.A), sagte ein Gerichtssprecher in Münster. Die Bundesrepublik Deutschland habe einen Antrag gegen die Kölner Entscheidung gestellt, dass Kaplan nicht abgeschoben werden darf (Az.: acht A 3852/03.A). Über die Anträge wolle der 8. Senat nun zügig entscheiden. Davon hänge ab, ob es zu zwei Berufungsverfahren kommen werde.

Der Anführer des verbotenen „Kalifatsstaates“ hatte wegen eines Mordaufrufs vier Jahre im Gefängnis gesessen und war im Mai entlassen worden. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte danach mehrmals mit der Türkei über die Modalitäten einer Abschiebung Kaplans verhandelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%