Streit in der Union
Kritik an Rente mit 63 wird zum Bumerang

Die Rente mit 63 ist dem Wirtschaftsflügel in der Union ein Dorn im Auge. Angesichts der neuesten Antragszahlen kommt wieder der Wunsch nach Änderungen. Der CDU-Sozialflügel hält das für verantwortungslos.
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BerlinMit scharfer Kritik hat der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, auf Forderungen namhafter Unionsvertreter nach Änderungen bei der Rente mit 63 reagiert. „Es ist verantwortungslos, eine Rentenreform nach nicht einmal einem Jahr wieder zu korrigieren“, sagte Bäumler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Menschen richten ihre Lebensplanung nach Gesetzen aus und verlassen sich auf deren Bestand.“

Behauptungen die Rentenreform verursache eine Kostenlawine wies der CDU-Politiker als „Stimmungsmache“ zurück. „Die Wirtschaftsverbände sollten das Lamentieren lassen und die Arbeitsbedingungen so verbessern, dass ältere Arbeitnehmer länger arbeiten können“, sagte Bäumler.

Wirtschaftspolitiker von CDU/CSU hatten zuvor Korrekturen bei der Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit verlangt, weil die Rente mit 63 einen großen Zulauf erlebt und nicht zu teuer werden solle. Bis Ende Februar stellten nach Angaben der Rentenversicherung rund 255.000 Menschen einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente mit 63.

Auch das Bundessozialministerium, die SPD und die Gewerkschaften wiesen die Forderungen zurück. Es hätten keineswegs mehr Menschen die Rente beantragt als erwartet, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin.

Der CSU-Mittelstandspolitiker Hans Michelbach hatte dagegen in der „Rheinischen Post“ erklärt: „Wenn die Antragszahlen deutlich über den Erwartungen liegen, müssen wir die Rente mit 63 spätestens in einem Jahr überprüfen.“

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CDU-Wirtschaftsrat fordert unverzügliches Umsteuern

Kommentare zu " Streit in der Union: Kritik an Rente mit 63 wird zum Bumerang"

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  • Was passiert eigentlich mit dem Geld, was viele eingezahlt haben, aber kurz vor Rentenbeginn versterben? Vielleicht einmal mit den Beitragsbemessungsgrenzen anfangen, gefolgt von einer mindestens genauso hohe Belastung bei Kapitaleinkünften. Heute wird doch der Faktor Arbeit höher belastet, als Kapitaleinkünfte. Das Schweizer Modell könnte als Vorlage dienen.

  • Die Arbeitgeberseite und ihre Hilfstruppen im Parlament lassen nicht locker. Da werden nicht nur Gesetze wie zum Mindestlohn oder die Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren im Vorfeld mit aller propagandistischer Macht bekämpft und kaum sind sie ein paar Monaten in Kraft wird wieder für ihre Abschaffung oder Durchlöcherung getrommelt.

  • mit 93? sind Sie etwa erst mit 48 angefangen zu arbeiten??

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