Streit in Union
CSU favorisiert Euro-Zone ohne Griechenland

Vor ihrem Parteitag wehrt sich die CSU heftig gegen eine stärkere europäische Integration und wendet sich damit gegen Finanzminister Schäuble. Auch von der Lösung der Griechenland-Krise hat sie eine klare Vorstellung.
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BerlinIn der Debatte um die Strategien zur Entwicklung Europas sprach sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt für den Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone aus. „Ich glaube, dass es eine Lösung ist, wenn man Griechenland wieder in eine wirtschaftliche, stabile Konkurrenzfähigkeit bringen will, dass man dies auch außerhalb der Euro-Zone macht“, sagte Dobrindt am Sonntag im Deutschlandfunk. Wenn die Bemühungen in Griechenland im Rahmen des Euro-Rettungsfonds EFSF nicht erfolgreich seien oder nicht konsequent umgesetzt würden, „dann muss der EFSF es eben leisten können, den Ausschluss zu organisieren“, verlangte der CSU-Politiker.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verteidigte dagegen seine von der CSU kritisierte Forderung nach einem „Mehr an Europa“. Der Nationalstaat habe sein Regelungsmonopol verloren, sagte er am Sonntag bei einem Festakt der Stadt Frankfurt am Main zum Tag der Deutschen Einheit. Vor dem Hintergrund der Krise an den Kapitalmärkten brauche man „mehr und nicht weniger Europa“.

Aber: „Keiner will den europäischen Superstaat. Deshalb brauchen wir etwas Neues“. Das - jetzige - Prinzip der EU, dass sich die Regierungen untereinander einigen, werde „auf Dauer nicht reichen“, sagte Schäuble und sprach sich für mehr demokratische Legitimierung aus.

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Kommentare zu " Streit in Union: CSU favorisiert Euro-Zone ohne Griechenland"

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  • Schäuble verwechselt Ursache und Wirkung. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wenn dieser Mist angeschafft ist, dann reicht auch eine nationale Steuerung der neuen D-Mark. In der Schweiz klappt es auch.

  • Am besten wäre eine Euro-Zone ohne Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Dann könnten die Südländer wieder die ihrer Mentalität entsprechende Inflations- und Abwertungspolitik führen. Deutschland muß die Mark wiedereinführen.

  • Zu spät, liebe CSU. Da hätte wohl Euer Parteimitglied Theo Weigel damals etwas besser aufpassen müssen. Der bayerische Prinz Otto hatte doch später als griechischer König schon einmal damit experimentiert, bayerische Finanzbeamte sozusagen als weiss-blaue Effizienz nach Griechenland zu holen, um den Griechen zu erklären, wo Gott wohnt. Und dann haben die Griechen den Bayern erklärt, was Widerstand gegen bayerische Ordnung ist. Vernünftiger wäre es, wenn die CSU eine Delegation von bayerischen mittelständischen Unternehmern nach Griechenland schicken würde mit dem Auftrag, Vorschläge für die Entwicklung eines Mittelstandes zu machen. Da würden sehr rasch sehr viel plausiblere Vorschläge kommen, als derzeit von der Politik kommen.

    http://klauskastner.blogspot.com/2011/09/endspiel-um-griechenland.html

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