Streit mit Eon Ruhrgas
Wingas gibt Kartellamt Schützenhilfe

Der Gasimporteur Wingas unterstützt Kartellamtschef Ulf Böge in dessen Streit mit Eon Ruhrgas um langfristige Lieferverträge. Ruhrgas reagierte mit Unverständnis.

HB DÜSSELDORF. „Dass Eon Ruhrgas eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben hat, zeigt doch, dass dieses Unternehmen den Handlungsbedarf selbst erkannt hat“, sagte der Geschäftsführer der BASF-Tochter, Rainer Seele, dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). "Ich teile aber die Einschätzung von Herrn Böge, dass die Erklärung nicht ausreicht.“

Das Bundeskartellamt geht gegen die Lieferverträge vor, mit denen Eon Ruhrgas zahlreiche Stadtwerke bislang über viele Jahre hinweg und weitgehend exklusiv an sich gebunden hat. Nach Ansicht von Böge hemmt dies den Wettbewerb. Eon Ruhrgas hat zwar mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung Zugeständnisse gemacht, diese reichen dem Kartellamtschef aber nicht aus. Er will nun gegen den Marktführer Untersagungsverfügungen erlassen. Eon Ruhrgas wird dagegen wohl Beschwerde vor Gericht einlegen.

Es gebe keine Notwendigkeit, auf langfristigen Verträgen zu bestehen, sagte Seele. Viele Stadtwerke wollten den Anbieter wechseln, kämen aber nicht aus den Verträgen. Wingas ist hinter Eon Ruhrgas und RWE die Nummer drei unter den Ferngasgesellschaften. Weil auch der russische Gasproduzent Gazprom an Wingas beteiligt ist, gilt das Unternehmen als der Konkurrent, der Eon Ruhrgas am ehesten attackieren könnte.

„Bei Wingas stehen offenbar konkrete Unternehmensinteressen im Vordergrund“, sagte ein Sprecher von Eon Ruhrgas. Er verteidigte die Selbstverpflichtung seines Unternehmens. Viele Stadtwerke hätten sie bereits begrüßt.

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