Streit mit Namibia
Herero: Deutsche verdrängen Kolonial-Verbrechen

Ein Herero-Vertreter in Namibia hat die Deutschen als "Meister des Rassismus" bezeichnet. Er sagte, man erwarte eine Entschuldigung für die Verbrechen der deutschen Kolonialtruppen.

HB BERLIN. Die Herero haben der deutschen Regierung vorgeworfen, sich nicht um die Aufarbeitung von Kolonialverbrechen deutscher Soldaten zu bemühen. Arnold Tjihuiko, der das Komitee für die Gedenkfeiern für die Opfer des Herero-Aufstands vor 100 Jahren organisiert, sagte, die Deutschen seien "Meister des Rassismus".

Er warf den Deutschen im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vor, ihnen fehle es an "Respekt gegenüber schwarzen Menschen". Tjihuiko sagte: "Wir wollen, dass die Deutschen sagen: Es tut uns Leid."

Die Herero fordern von der Regierung in Berlin eine Entschuldigung und Entschädigungszahlungen für Kriegsverbrechen deutscher Truppen. Die Bundesregierung lehnt dies bislang ab. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) verweist auf die hohe Entwicklungshilfe, die Namibia erhält.

Die Ministerin reist am Mittwoch zu den Gedenkfeiern nach Namibia. Das Entwicklungsministerium denke derzeit über eine "angemessene Geste" zum 100. Jahrestag nach, berichtet der "Spiegel.

Bei Kämpfen mit deutschen Kolonialtruppen kamen zwischen 1904 und 1908 etwa 65.000 Herero ums Leben. Vor einem US-Gericht haben Herero-Vertreter die Bundesrepublik auf mehrere Milliarden Euro Schadenersatz verklagt.

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