Streit über Benennung geht weiter
Neuer PDS-Name ist WASG nicht gut genug

Der Namensstreit zwischen PDS und WASG ist auch nach der Umbennung in "Die Linkspartei." noch nicht ausgestanden.

HB BERLIN. Das Vorstandsmitglied der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), Thomas Händel, verlangte von der neuen Linkspartei in Westdeutschland einen Verzicht auf das zusätzliche Kürzel PDS. "Da bestehen wir schon drauf", sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur. "Die Kernaussage war, dass wir das Kind neu betiteln."

Im Westen solle sich "Die Linkspartei." auf diesen Namen beschränken, forderte WASG-Mann Händel. "Wir wollen der PDS ihre Identität nicht wegnehmen, aber wie wir im Wahlkampf gemeinsam auftreten, da werden wir noch ein Wörtchen mitreden."

Am Sonntag hatte sich die PDS auf einem Sonderparteitag mit großer Mehrheit in "Die Linkspartei" umbenannt. Die bisherige Partei des Demokratischen Sozialismus führt als Zusatzbezeichnung aber weiterhin das Kürzel PDS, wovon vor allem die ostdeutschen Landesverbände Gebrauch machen wollen. Die WASG und die PDS wollen gemeinsam unter "Die Linkspartei." bei der geplanten Bundestagswahl im September antreten. WASG-Bewerber sollen auf offenen Listen der PDS kandidieren. In der nächsten Legislaturperiode ist eine Fusion geplant.

WASG-Vorstand Händel begrüßte grundsätzlich die deutliche Entscheidung für die Namensänderung. "Das war das, was wir von der PDS erwartet haben." Nach der Namensänderung gibt es nach seiner Ansicht wegen des möglichen Kürzels PDS aber noch einige Hürden zu nehmen. "Unsere Leute kandidieren erklärtermaßen nicht gerne oder überhaupt nicht mit dem Kürzel PDS." Die gewählte Variante sei jedoch eine tragfähige Grundlage.

Sachsen-Anhalts PDS-Chef Matthias Höhn zeigte sich von der klaren Mehrheit "positiv überrascht". Er sagte der "Mitteldeutschen Zeitung" in Halle (Montagsausgabe): "Wir hören jetzt auf, über uns selbst zu sprechen und diskutieren nun Themen - damit wird die Bundestagswahl entschieden, nicht mit der Diskussion um Namen." Kritik an der Namensänderung wollte Höhn nicht gelten lassen. "Das 'PDS' verschwindet ja nicht. Nach wie vor steht in unserem Parteistatut, dass wir die Partei des demokratischen Sozialismus sind."

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