Streit über Biografie
Kohl-Söhne siegen vor Gericht

Das Gericht gibt den Söhnen von Altbundeskanzler Helmut Kohl recht: Biograf Schwan darf bestimmte Aspekte über die Behandlung der Mutter Hannelore Kohl nicht mehr schreiben - das Gericht bestätigte die einstweilige Verfügung.
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HamburgDie Söhne von CDU-Altbundeskanzler Helmut Kohl, Peter und Walter Kohl, haben sich vor dem Hamburger Landgericht erfolgreich gegen den Autor einer Biografie über ihre Mutter durchgesetzt. Zwei einstweilige Verfügungen, die gegen den Journalisten Heribert Schwan bereits erlassen worden waren, seien am Mittwoch bestätigt worden, sagte ein Gerichtssprecher. Hannelore Kohl hatte sich am 5. Juli 2001 das Leben genommen. Schwan darf nach Angaben des Gerichts Behauptungen über Walter Kohl im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlung von dessen Mutter nicht weiter verbreiten. Dem Autor wurde zudem untersagt weiter zu veröffentlichen, die Sohne hätten von ihm gefordert, seinen Verlagsvertrag aufzulösen. Die Begründung für die Gerichtsentscheidung lag noch nicht vor. Schwans Biografie „Die Frau an seiner Seite - Leben und Leiden der Hannelore Kohl“ erschien im Juni im Münchner Heyne-Verlag.

Der Grund für die Verfügung: Bei der Biografie Heribert Schwan soll es sich in weiten Teilen um ein Plagiat handeln. Schwan habe aus Peter Kohls früherem Buch über seine Mutter abgeschrieben. „Ob es sich um ein Plagiat handelt, werden letztlich die Juristen entscheiden, Droemer hat nach sorgfältiger Prüfung dazu eine klare Meinung. Verlag und Autorenseite wollen und können dies nicht hinnehmen“, sagte der verlegerische Geschäftsführer des Droemer-Verlages, Hans-Peter Übleis.

Der Heyne-Verlag, der Schwans Buch „Die Frau an seiner Seite“ im Juni dieses Jahres auf den Markt gebracht hat, wies die Plagiatsvorwürfe umgehend zurück. Schon Anfang Oktober hätten die Kohl-Söhne in einem Anwaltsschreiben verlangt, das Buch vom Markt zu nehmen, „weil angeblich eine Vielzahl von Plagiaten aus einer früheren Hannelore Kohl-Biografie enthalten seien“. Diese Stellen hätten vor allem historische Fakten aus dem Leben Hannelore Kohls betroffen, „an denen nach Überzeugung aller Urheberrechtsexperten grundsätzlich keinerlei Urheberrechte bestehen“, hieß es in einer Mitteilung des Heyne-Verlages.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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