Streit über Euro-Bonds Angela Merkel schmettert Juncker-Vorwürfe ab

Der Streit in der EU über die richtigen Rezepte gegen die Euro-Krise eskaliert. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warf der Bundesregierung simples Denken vor, weil sie gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder strikt ablehnt. Doch Berlin schlägt zurück: Kanzlerin Merkel ließ Juncker wissen, dass sein Vorschlag aus zweierlei Gründen unsinnig sei.
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Angela Merkel im Kanzleramt: Juncker-Attacke gekontert. Quelle: DAPD

Angela Merkel im Kanzleramt: Juncker-Attacke gekontert.

dne/HB BERLIN/DÜSSELDORF. Merkel forderte eine sachliche Debatte. Notwendig sei eine konstruktive Diskussion, sagte die Kanzlerin nach einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt. Zur heftigen Kritik von Juncker, Deutschland errichte „Tabuzonen“ in der Debatte zur Überwindung der Schuldenkrise, sagte Merkel: Es sollte „wirklich ruhig und zielorientiert“ auf den EU-Gipfel Ende nächster Woche hingearbeitet werden. „Und deshalb ist diese ruhige Art mein Beitrag dazu.“

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sagte, die Situation in Europa sei beunruhigend und die Zukunft unsicherer denn je. Eine Verzögerung bei der Schaffung eines effektiven Krisenmechanismus würde zu einer neuen Krise führen. Der EU-Gipfel am 16. und 17. Dezember in Brüssel soll die Pläne der EU-Finanzminister für einen dauerhaften Krisenmechanismus beschließen, der ab 2013 eine Beteiligung privater Gläubiger wie Banken an den Kosten künftiger Staatspleiten ermöglichen soll.

Merkel unterstrich ihr Nein zu gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder, wie sie insbesondere Juncker fordert. Euro-Bonds setzten ökonomisch nicht die richtigen Anreize. Auch seien sie mit den bestehenden europäischen Verträgen nicht kompatibel: „Die Diskussion hilft nicht weiter.“ Zuvor wies bereits Regierungssprecher Steffen Seibert Junckers Kritik zurück und unterstrich, gegen solche Euro-Bonds sprächen derzeit ökonomische und juristische Gründe. Auch beim EU-Gipfel werde sich Deutschland gegen eine gemeinsame Schulden-Haftung sperren.

Merkel und Reinfeld sprachen sich wegen des Gipfels ab. Schweden gehört nicht zur Euro-Zone, stützte zuletzt aber Irland mit Nothilfen. Merkel sagte: „Jetzt heißt es, alle Kraft zu bündeln, um am nächsten Freitag ein gutes Ergebnis bezüglich der Zukunft des Euro zu liefern.“ Alle stünden zu einem starken Euro - egal, ob es die Mitglieder oder Nichtmitglieder seien. Reinfeldt sagte: „Ich kann dem nur zustimmen.“ Er betonte, Schweden unterstütze leichte Vertragsänderungen und eine strengere Finanzpolitik in der EU. Über weitere schwedische Hilfe für Euro-Staaten werde Fall für Fall entschieden.

Nach den Vorstellungen Junckers könnten die Euro-Bonds die andauernden Spekulationen gegen hoch verschuldete Mitgliedsländer endlich beenden. Nach der Stabilisierung Irlands durch den 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm von EU und IWF stehen vor allem Portugal und Spanien unter Beschuss. Juncker schwebt vor, einen Teil der nationalen Schulden auf europäischer Ebene zu bündeln und durch gemeinsame Anleihen zu refinanzieren. Für den überwiegenden Teil sollen die Länder weiter alleine bürgen.

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36 Kommentare zu "Streit über Euro-Bonds: Angela Merkel schmettert Juncker-Vorwürfe ab"

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  • Junker will DEUTSCHLAND für dumm verkaufen.
    Junker hat 2 Gesichter. 1. biedermann und intrigant. 2. brandstifter. Diese trübe Funzel hat in der politischen Landschaft EUROPA nichts zu suchen. Mich überkommt fast Mitleid, wenn ich diesen getriebenen Tollpatsch im politischen Porzellanladen beobachte. ich bin dafür, daß Deutschland aus dem EURO-Verbund austritt und zur guten, alten D-Mark zurückkehrt. Der EURO ist eine zusammenbrechende Monopoly-Währung, an die ich nie geglaubt habe. Der Wert des EURO wird schmelzen wie dünnes Eis im Frühling unter der Sonne. bleiben wir drin in dieser lausign Währungsgemeinschaft- dann werden wir Deutsche auch die kaum noch zu beziffernden Schulden der Griechen, Portugiesen, Spanier, italiener und iren zu zahlen haben. Da können Frau Merkel und ihr Finanzminister dementieren .... so lange sie wollen. Es wird so kommen. Deutschland als der ewige Zahlmeister Europas.
    Der EURO geht kaputt - und auch alles Ersparte
    Geht der EURO kaputt, geht auch ihr Sparbuch kaputt, der bausparvertrag, die Lebensversicherung, der fest angelegte Sparvertrag - all das, wofür viele Deutsche ein Leben lang gearbeitet haben. Die Politiker haben uns faustdick belogen.

  • @[32] Autonomos,
    die Exportüberschüsse müssen in Relation zu den Nettozahlungen berechnet werden, dann auf Prozente umrechnen, erst dann weist man wer die Hauptlast trägt. Sie werden auch mehr zahlen wenn Sie 10 Lottoscheine kaufen als wenn Sie nur 2 Kaufen, dafür haben Sie auch 5 Mal mehr Chancen zu gewinnen als wenn sie nur 2 Lottoscheine kaufen.
    Deutschland hat bei weitem am meisten von der EU, also zahlt Deutschland auch mehr in den Topf. Glauben Sie mir die deutsche Großindustrie weißt es ganz genau, nur das dumme Volk wird hinters Licht geführt. Laut bundesbankstatistik haben die Deutschen zu Ende September 2009 ein Netto-Auslandsvermögen von 808,9 Mrd. Euro angesammelt. im Jahr 2000 waren es erst 67 Mrd. Euro - und damit weniger als ein Zehntel. Deutschland versucht im Moment das was Hitler mit Waffen nicht geschafft hat, mit Geld zu erreichen
    Abgesehn davon kommt der Deutsche als Nettozahler nur an 5. Stelle. Und darauf kommt es doch an. Selbstverständlich zahlt Andorra weniger als Deutschland in den Topf hinein.

  • Der bund future Kursverlauf zeigt, man muss kein Hedge Fonds sein um zu verstehen, an welchem Tag die Merkel den Diskussionfaden aus der Hand verloren hat. Die inflation kommt mit jedem Punkt, mit dem der Future fällt sicherer. Die Märkte antizipieren das grosse EURO-Finale.

    ich habe den Juncker ja als blendenden Redner erlebt. Aber das macht mich traurig. Der wirft ja wirklich Alles weg ! ich dachte immer, er sei für den Euro ? Offerbar hat sein Land schon Kasse gemacht. Ausgerechnet Luxembourg, der große EU-Profiteur, die Heimat der investment-Fonds zapft den deutschen / französischen Steuerzahler zugunsten von Spanien, irland und italien an.

    Leute, eine Einheit hat doch gereicht ! Diese europäische Einheit, welche durch die Einheits-Euroländer Anleihe zustande kommt ist eine ganze Schaufel Sand im Getriebe der Währungsunion. Das schaffen wir nie !!!

    Anleihe aufnehmen, Geld ausgeben - das ist doch einfach ! Die Physikerin Merkel hat den sog. casus-knacksus richtig erkannt: Wer zahlt die Anleihe eigentlich zurück ? Die Anleihen werden nur durch neue Anleihen bedient, die inflation ist nicht aufhaltbar. Die Souveränität der EZb ist hoffnungslos untergraben, wenn die Eurounion jahrzehnte lang "gemeinschaftlich" Geld aufnimmt, an Staaten verteilt, die denn ihre banken stützen. Landesbanken nennt man das. Wen interessiert da noch der Drei-Monats EZb-Tender oder der Libor ? Keinen, die Staaten begeben einfach 10-jährige ! Völlig unklar, wer sparen soll, um das zurückzuzahlen. Die geld-politische Autorität der Zentralbank wird vollständig untergraben. Die Zinsen werden unwiderruflich steigen und auf die Finanzierung der EURO-Staaten bei hohem Schuldenstand vernichtend wirken.

    Schäuble sagte korrekt: Könnt ihr machen, aber dann bitte auch mit politischer Union. Ok, wenn das konsensfähig ist, bin ich auch dabei.

    Aber Du, ey @27/ EuroRules, zweig mir vorher auch ne butterbreze ab bitte.

  • immer die gleiche Masche wie überall. Deutschland abzocken wo es geht. Schön langsam wirds Zeit sich aus dem Euro-Umverteilungsclub zu verabschieden. Die anderen lebten schon lange über ihre Verhältnisse (Griechenland, italien, etc.) jeder wusste es, nur anscheinend die Politiker nicht, die wurden ja wieder mal überrascht von Griechenland, etc. Sollen doch gehen, wenn sie ihren Job nicht beherrschein. Eine Firma trennt sich auch von Luschen. Merkel hat absolut recht. Nein zu Eurobonds!!!

  • Die EU-Hauptzahler müssen sich auch noch als "uneuropäisch" beschimpfen lassen

    Wir Deutschen tragen die Hauptlast des EU-Haushalts und seiner - qua Subventionen - Umverteilung vor allem deutschen Vermögens zu denen, die dadurch bestärkt werden, wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen auf die lange bank zu schieben - Grundübel aller Subventionen, weil diese die Subventionierten träge machen. Wir Deutschen tragen aber auch die Hauptlasten des Euro-Schutzschirms mit 100en Mrd. für EU-Gauner und Politdummköpfe, die sich mit gepumpten Geld schöne Tage gemacht haben. Trotzdem müssen wir uns von Juncker, den ein etwas ätzender Kommentar heute den "Oberbürgermeister von Luxemburg" zu nennen wagte, der uns ständig in die Taschen greifen will, als "ein bißchen simpel denkend" und auch noch als "uneuropäisch" beschimpfen lassen.
    .
    Was ist denn europäisch? Schulden machen, nicht für Zukunftsinvestitionen; Subventionen kassieren, auch mit betrug; Verträge brechen, deren Einhaltung man feierlich gelobt hat; innerstaatliche Fehlallokationen am laufenden band; den bürger und die Zukunft seiner Kinder auf Jahrzehnte zur Schuldengeisel ins Spielcasino mutierter banken zu machen; und denen, die das mit uns veranstalten, dafür auch noch Jahr für Jahr den Karlspreis umzuhängen. Europäisch: das ist ein Nietentum sondergleichen. Juncker sein Chorleiter.

  • die einzige historiche parallele, die mir zu mama plan- und phantasielos einfällt: pyrrhus.

    viel spaß beim siegen ...

    mir persönlich wäre mit einem bundeskanzler juncker erheblich wohler. der mann ist christdemokrat und weiss noch, was das bedeutet. die merkelsche hat ihre phantasielosigkeit in moskau gelernt und wäre in irgendeiner behörde als ressortleiterin sicher besser aufgehoben.

  • eurorules ich schreib dich klein warum retten wenns doch experten eingerichtet haben dann gibts auch nichts zu retten Schrotteuro,wie hoch ist der schrottpreis.versuchs mal mit guantanamo die haben da bewustseins fördernde na du weist schon.

  • Kleingeister !
    Die europäische idee ist größer als alle eure Pfennigfuchserei.
    damit Friede einkehrt, mein Vorschlag:
    Hiermit übernehme ich persönlich die Haftung für alle austehenden Eurostaatsschulden bis zu einer Deckung von 1,5 billionen Euro (abzüglich 50 Cent für die butterbreze, die ich heute beim bäcker gekauft habe).
    Eignelich ein gutes gefühl, den Euro gerettet zu haben.
    So, und jetzt gibts einen Früchtetee, mmmh, lecker.

  • Es ist doch so:
    Mit dem Zusammenbruch der UdSSR gab es keinen Grund, dass es Deutschland besser geht, als den Siegermächten. Also hat man Deutschland die Einheit erlaubt. Die Kosten des DDR Aufbaus und die kleine Währungsreform des Umtauschs einer wertlosen DDR Mark in DM sollte uns auf Jahrzehnte beschäftigen. falls nicht hatte insbesondere Frankreich die Abschaffung der DM gegen Euro optimiert und auch gezogen.
    Die DM war Zins und inflationsmassab für ganz Europa. Sie haben uns für die DM gehasst. Es gab also Kräfte die die DM abgeschafft haben. Wir sind zu teuer in den EURO rein und die andern zu billig. Wir haben eine in 50 Jahren verdiente Reputation und Stabilität verschenkt. Das war für Deutschland die zweite Währungsreform. Die DM war weg. Alles war gut. Deutschland zahlt.
    im Zuge der Finanzkrise haben sich die bereits vor dem Eurobeitritt hochverschuldeten Staaten bei der Rettung der banken übernommen. Und siehe da - die DM ist virtuelle
    Wiederauferstanden! Was für ein come back!
    Griechenland zahlt 12%, irland 10%, Spanien 5%, italien 4%, und Deutschland 2,75%.

    Die gleichen Mächte, die unseren Wohlstand reduzieren wollten und unsere Währung zerstören wollten stellen fest, dass es Deutschland iMMER NOCH ab besten von allen geht und dass die DM wieder da ist. Wenn auch nur virtuell.

    Haben wir die Suveränität diesen zweiten "Mordanschlag" auf unsere Währung abzuwehren? ich fürchte Nein! Diese Mächte sind zu stark. Und falls wir auf dicke Hose machen wollen - der US Zögling Guttenberg schafft gerade die bundeswehr ab.

  • Das Merkel simples Denken vorgeworfen wird, ist schwer zu entkräften.
    ihre erfolglose Alternativlosigkeit ist eine politische Fehlspekulation auf die Zukunft.

    Merkel muss sich einer Euro-Diskussion stellen und Farbe bekennen.
    Alles andere wird sie und ihre Partei zermürben.

    Das gleiche gilt für die SPD und ihre Strategen.

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