Streit über Gründe

Tausende Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Laut Bundesagentur für Arbeit haben 21.000 junge Menschen in diesem Jahr keine Ausbildungsstelle. Der Gewerkschaftsbund spricht von „krisenhaften Zügen“, die Industrie- und Handelskammer wehrt sich gegen die Kritik.
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Ein Auszubildender im Ausbildungszentrum des Autoherstellers BMW in München: „Den Betrieben gelingt es immer öfter nicht, Azubis zu finden.“ Quelle: dpa

Ein Auszubildender im Ausbildungszentrum des Autoherstellers BMW in München: „Den Betrieben gelingt es immer öfter nicht, Azubis zu finden.“

(Foto: dpa)

Berlin/NürnbergUngeachtet der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt sind in diesem Jahr mehr Jugendliche ohne Lehrstelle. Bislang hätten 21.000 junge Menschen keine Ausbildungsstelle gefunden, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Das sind 5400 oder rund vier Prozent mehr als vor einem Jahr. „Es ist schwieriger geworden, Bewerber und Ausbildungsstellen zusammenzubringen“, sagte BA-Vorstand Raimund Becker. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Wirtschaft streiten über die Gründe dafür.

„Der Ausbildungsmarkt nimmt krisenhafte Züge an“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen fliehen aus der Ausbildung.“ Besonders Jugendliche mit Hauptschul- und mittlerem Schulabschluss schafften allzu oft nicht den Sprung von der Schule in die Lehrstelle. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verwahrte sich gegen die Vorwürfe. „Den Betrieben gelingt es immer öfter nicht, Azubis zu finden“, sagte Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. In allen Branchen und Berufen gebe es unbesetzte Lehrstellen.

Nach Angaben der Bundesagentur waren am Ende des Ausbildungsjahres noch 33.500 Stellen unbesetzt. „Die tatsächliche Zahl liegt jedoch weit höher, denn längst nicht jeder Betrieb meldet seine offenen Stellen“, sagte Dercks. Der anhaltende Trend zum Studium erschwere den Betrieben zudem die Suche nach Azubis. So habe sich die Zahl der Studienanfänger seit 1995 auf fast 500.000 verdoppelt.

„Beschäftigung wächst fast überall“
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9 Kommentare zu "Streit über Gründe: Tausende Jugendliche ohne Ausbildungsplatz"

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  • So habe sich die Zahl der Studienanfänger seit 1995 auf fast 500.000 verdoppelt.
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    nicht nur,das diese rein steuerlich ein Ausfall für ca.10 Jahre bedeuten bleibt noch die Frage,wer braucht die alle.
    Das Eltern nur das beste für ihre Kinder wollen,geschenkt.
    Übrig bleibt dann aber der traurige Rest,aus denen Betriebe ein Maximum
    rausholen sollen..Polizeiliches Führungszeugnis,fragt man am
    besten,garnicht mehr ab..Soziale Kompetenz auch nicht.
    Kein Wunder,wenn immer weniger Betriebe,sich Hemmschuhe ans Bein
    binden wollen.

  • Leistung? Unsere Politiker wollen keine Leistung sehen. Sie holen jeden Ausländer ins Land, damit dieser uns ausnehmen kann. Wo bleibt die sofortige Rückführung, damit sie ihre Länder aufbauen können? Warum zahlen wir für den Import noch Enrwicklungshilfe??

  • Kein Ausbildungsplatz? Und was ist mit der Statistik, der, der nur 1 Stunde für 1 Cent im Jahr arbeitet , wird als volle Arbeitskraft mit nirmalen Gehlat gerechnet. Diese Leute erhalten, so Frau Merkel auch eine Betriebsrente und können selber vorsorgen!

  • Aber ich bitte Sie, wofür brauchen wir denn den Mittelstand? Der schafft doch bloß Arbeitsplätze, ist in der großen Mehrheit loyal gegenüber seinen Mitarbeitern und zahlt voll die Steuern. Verantwortung, Risiko, Selbstbestimmung? – Igitt, übelster Neoliberalismus. Die von den Gewerkschaften unterwanderten und im Falle der SPD beherrschten Blockparteien halten sich lieber an die gewerkschaftsfreundlichen Multis, die machen so schön unsere Umwelt kaputt, aber dafür zahlen sie kaum Steuern, außerdem rationalisieren sie nach unten und verschwenden nach oben und sind damit den Politikern, die gerade die Zahl der ohnehin weitgehend überflüssigen Parlamentarier noch mal massiv erhöht haben (wieso demonstriert da keiner?), Brüder und Schwestern im Herzen. Vermutlich kriegt bald jeder Mittelständler mindestens zwei Bildungsferne zwangsaufgedrückt.

  • „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen fliehen aus der Ausbildung.“
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    Ja sicher fliehen die aus der Ausbildung. Ein mittlerer Betrieb kann es sich nämlich nicht leisten, den Talenten in spe erst noch soft-skills wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Interesse, Sauberkeit und Lernwilligkeit beizubringen. Diese Vollversager müssen noch zum Lernen getragen werden, ... und welcher mittlere Betrieb kann sich solche Mitarbeiter leisten?
    Von den fundamentalen Kenntnissen in Mathematik, Physik, Rechtschreibung, Ausdrucksfähigkeit und Fremdsprachen will ich hier erst gar nicht anfangen!

  • Hinsichtlich der Einschätzung der Lage gebe ich Ihnen recht, nicht jedoch hinsichtlich der Einschätzung der Ursachen. Die Schulen sind allenfalls bedingt schuld. Viele Lehrer tun wirklich ihr Bestes, aber sie können nicht die durch falsche politische Weichenstellungen erzeugten Defizite in den Elternhäusern ausgleichen. Welche Chancen hat denn ein Lehrer, wenn er mit einer wachsenden Mehrheit von Null-Bock-Schülern ohne hinreichende Deutschkenntnisse konfrontiert ist, die es gewohnt sind, ihre Konflikte gewaltsam auszutragen und das Gewaltverbot der Lehrer gegenüber den Schülern als Schwäche auslegen? Die Ursache liegt eben darin, dass durch falsche Anreizsysteme ausgerechnet seitens der Union die falschen, weil noch nicht mal zur Selbstversorgung fähigen oder bereiten Leute immer mehr Kinder bekommen, da Kinderkriegen mehr Geld und Privilegien einbringt als Arbeit, während die mittelständischen Leistungsträger immer weniger Kinder bekommen, da sie als Melkkühe der Nation unter den ihnen aufgebürdeten Lasten immer mehr zusammenbrechen. Inzwischen ist unser Umverteilungssystem schon so weit pervertiert, dass kinderreiche Asoziale mehr Geld und schickere Wohnungen vom Staat bekommen als es sich viele schuftende Arbeitnehmer je leisten können. Aber wir müssen ja die weitere Zuwanderung in unsere Sozialsysteme in unserem deutschen Großenwahn noch kräftig befeuern – am deutschen Vermögen soll die ganze Welt genesen, auch wenn wir bereits über beide Ohren verschuldet sind und im Rahmen der europäischen Transferunion immer höhere Risiken übernehmen. Hinzu kommt die systematische Leistungsfeindlichkeit unserer immer mehr an den linken Rand rückenden Gesellschaft, in der jeder, der auf bürgerliche Selbstverantwortung pocht, als übler Rechter hingestellt wird.

  • "Besonders Jugendliche mit Hauptschul- und mittlerem Schulabschluss schafften allzu oft nicht den Sprung von der Schule in die Lehrstelle."
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    Holla!? Wundert das irgend jemanden? Nach der Einschätzung von Arbeitgeberpräsident Hundt ist rund ein Viertel der Schulabgänger (in Berlin bis zu einem Drittel) *nicht ausbildungsfähig*, und wenn ich mir so anschaue, welcher, mit Verlaub, Bodensatz aus den Hauptschulen quillt, ist das imho noch konservativ geschätzt. Es fehlen selbst die elementaren Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen, und "Kanaksprak" ist wohl kaum die korrekte Ausdruckweise im Berufsleben.

    Ich bin zum Glück nicht verpflichtet, auszubilden, und dafür bin ich sehr dankbar, weil mir eine Menge Ärger und Frust erspart bleibt. Wäre ich dazu verpflichtet (nur als Gedankenspiel!), würde ich bestimmt keine Jugendlichen einstellen (nicht einmal als Volontär, was ich könnte und dürfte), für die Dreisatz ein Buch mit sieben Siegeln und deren Ausdrucksweise schlichtweg unverständlich ist, von elementarer Physik und Chemie ganz zu schweigen. Die müßten schon Abi haben und obendrein eine gewisse künstlerische Begabung plus gepflegte Umgangsformen und Ausdruckweise mitbringen.

    Nein, hier liegt in der Schulausbildung einiges im Argen und die Schuld bei den Betrieben zu suchen, ist mehr als fragwürdig, evtl. Vorwürfe eine Frechheit. Die sind dazu da, *berufsspezifisch* auszubilden, nicht aber, allgemeine, hochgradige Bildungsdefizite aufzuarbeiten, und schon gar nicht dazu, erst mal Lesen, Schreiben, Rechnen und richtiges Deutsch beizubringen.

  • ob das wohl daran liegt, dass dieses Jahr 2 Abiturjahrgänge fertig geworden sind?
    = Doppelt so viele Bewerber mit Abitur...

  • Die Unternehmen holen mit Hilfe edr Arbeitsagentur Tausende Jugendliche aus Südeuropa ins Land. Billige Arbeitskräfte!
    Und besser ausgebildet als nach Absolvierung des maroden Deutschen Bildungssystems, das in den deutschen Kleinstaaten nicht mal ausreichend Lesen und Rechnen nach Abschluß der 10.Klasse gewährleistet!

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